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Das Bild zeigt eine Gruppe ausländischer Fachkräfte bei der Arbeit in Deutschland. Eine neue Studie zeigt, dass es in Deutschland große Unterschiede beim Einkommen gibt. Das gilt besonders für Migranten. Je nach Herkunft, Qualifikation und Berufsfeld verdienen einige Gruppen deutlich mehr als der Durchschnitt

Wer verdient am meisten in Deutschland? Studie zeigt große Unterschiede unter ausländischen Beschäftigten

Eine aktuelle Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) zeigt, dass es in Deutschland große Unterschiede beim Einkommen gibt. Das gilt besonders für ausländische Arbeitnehmer:innen. Je nach Herkunft, Qualifikation und Berufsfeld verdienen einige Gruppen deutlich mehr als der Durchschnitt – teils sogar mehr als deutsche Beschäftigte.
Verfasst von:
Anna Faustmann
Redakteurin
Fachlich geprüft von:
Christin Schneider
Expertin für Ausländerrecht

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Studie vergleicht Einkommen ausländischer Beschäftigter

Die Studie basiert auf Daten der Bundesagentur für Arbeit zum Stichtag 31. Dezember 2024. Betrachtet wurde der mittlere Bruttolohn (der sogenannte Medianlohn). Dieser gibt an, welches Einkommen genau in der Mitte liegt, wenn alle Gehälter der Höhe nach sortiert werden. Der Wert gilt als besonders aussagekräftig, weil er nicht durch einzelne sehr hohe oder sehr niedrige Einkommen verzerrt wird.

Der mittlere Verdienst aller Beschäftigten in Vollzeit lag Ende 2024 bei rund 4.013 Euro brutto im Monat. Deutsche Beschäftigte lagen dabei etwas über dem Durchschnitt mit 4.177 Euro. Ausländische Arbeitnehmer:innen kamen insgesamt auf einen etwas niedrigeren Medianlohn von 3.204 Euro. Hinter diesen Zahlen verbergen sich jedoch sehr große Unterschiede zwischen den einzelnen Herkunftsländern.

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Große Unterschiede im Einkommen nach Herkunftsland

Besonders auffällig sind die Unterschiede bei den mittleren Löhnen je nach Staatsangehörigkeit. Einige Gruppen erreichen sehr hohe Einkommen, andere liegen deutlich darunter.

Zu den Gruppen mit besonders hohen Medianlöhnen zählen unter anderem Beschäftigte aus diesen Ländern:

  1. Indien (5.393 Euro)
  2. Österreich (5.322 Euro)
  3. USA (5.307 Euro)
  4. Irland und die UK (5.233 Euro)
  5. Norwegen, Dänemark, Schweden, Finnland und Island (5.114 Euro)
  6. China (4.888 Euro)
  7. Schweiz und Liechtenstein (4.809 Euro)
  8. Belgien, die Niederlande und Luxemburg (4.662)
  9. Brasilien (4.653 Euro)
  10. Frankreich und Monaco (4.605 Euro)
  11. Deutschland (4.177 Euro)

Diese Gruppen liegen mit ihren Medianlöhnen teils deutlich über dem deutschen Durchschnitt. Demgegenüber stehen Herkunftsgruppen mit vergleichsweise niedrigen Medianlöhnen, darunter:

  • Bulgarien (2.681 Euro)
  • Rumänien (2.762 Euro)
  • Syrien (2.750 Euro)
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Qualifikation und Wohnort entscheidet über Einkommen

Ein zentraler Grund für das hohe Einkommen vieler ausländischer Beschäftigter ist, dass viele in akademischen MINT-Berufen arbeiten. Dazu zählen Tätigkeiten in den Bereichen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik. Diese Berufe sind stark nachgefragt und entsprechend gut bezahlt.

Besonders viele Beschäftigten in akademischen MINT-Berufen finden sich unter den 25- bis 44-jährigen Vollzeitbeschäftigten aus folgenden Ländern:

  • Indien: rund 30,7 Prozent
  • China: etwa 24 Prozent
  • Brasilien: rund 20,8 Prozent
  • Russland: etwa 18,9 Prozent
  • Iran: rund 17,3 Prozent
  • Frankreich: etwa 16,2 Prozent
  • USA: rund 15,3 Prozent
  • UK und Irland: rund 14,9 Prozent
  • Nordafrika: etwa 14,8 Prozent

Zum Vergleich: Insgesamt arbeiten nur rund 7,6 Prozent aller Vollzeitbeschäftigten in Deutschland in akademischen MINT-Berufen. Bei ausländischen Beschäftigten liegt der Anteil bei 7,3 Prozent – bei einzelnen Herkunftsgruppen jedoch deutlich darüber.

Neben der Qualifikation spielt auch der Arbeitsort eine wichtige Rolle. Viele hochqualifizierte ausländische Fachkräfte arbeiten in wirtschaftsstarken Städten mit höherem Lohnniveau. Das trägt zusätzlich dazu bei, dass bestimmte Gruppen überdurchschnittlich hohe Einkommen erzielen.

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Viele Fachkräfte kommen über Studium nach Deutschland

Ein wichtiger Zugang in den deutschen Arbeitsmarkt für ausländische Fachkräfte ist das Studium. Die Zahl internationaler Studierender ist in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen, insbesondere aus Drittstaaten. Viele von ihnen schließen ihr Studium erfolgreich ab und bleiben anschließend in Deutschland.

Zur Info: Internationale Studierende erhalten für ihr Studium in Deutschland eine Aufenthaltserlaubnis zum Zweck des Studiums (§ 16b AufenthG). Sie gilt für die Dauer des Studiums. Voraussetzung sind unter anderem eine Studienzulassung an einer anerkannten Hochschule, ein gesicherter Lebensunterhalt und eine Krankenversicherung. Neben dem Studium ist eine begrenzte Arbeitstätigkeit erlaubt.

Nach dem Studium kann der Aufenthaltstitel in eine Aufenthaltserlaubnis zur Jobsuche (§ 20 AufenthG) oder in einen Aufenthaltstitel zur Erwerbstätigkeit, etwa als Fachkraft (§ 18b AufenthG) oder als Blaue Karte EU (§ 18g AufenthG), umgewandelt werden.

Gerade bei Studierenden aus Indien zeigt sich eine hohe Bleibeabsicht. Ihre Zahl hat sich seit 2014 stark erhöht. Viele schließen ihr Studium erfolgreich ab und wechseln anschließend in den deutschen Arbeitsmarkt. Rund zwei Drittel geben an, langfristig in Deutschland bleiben zu wollen. Ein großer Teil von ihnen findet Beschäftigung in qualifizierten und gut bezahlten Berufen, häufig im MINT-Bereich.

Niedrigere Löhne bei hohem Anteil einfacher Tätigkeiten

Demgegenüber stehen ausländische Beschäftigte, bei denen ein großer Anteil in Helfertätigkeiten, also einfachen Tätigkeiten ohne formale Berufs- oder Hochschulausbildung, arbeitet. In diesen Gruppen liegt der Anteil einfacher Tätigkeiten teils bei bis zu 50 Prozent.

Gleichzeitig zeigen die Daten, dass die Löhne vieler ausländischer Beschäftigter in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen sind. In einigen Jahren lagen die Lohnzuwächse sogar über denen deutscher Beschäftigter.

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Fazit: Qualifizierte Zuwanderung bleibt wichtig

Wegen des demografischen Wandels und des Fachkräftemangels wird qualifizierte Zuwanderung für Deutschland immer wichtiger. Seit 2012 wirbt die Bundesregierung gezielt um Fachkräfte aus Drittstaaten, vor allem für akademische MINT-Berufe und für den Pflegebereich. Während die Zahl deutscher Beschäftigter seitdem nur langsam gestiegen ist, hat die Beschäftigung ausländischer Arbeitnehmer:innen deutlich zugenommen.

Nach Einschätzung des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) zeigt die Studie, wie wichtig ausländische Fachkräfte inzwischen für den deutschen Arbeitsmarkt sind. Um ihre Potenziale künftig noch besser zu nutzen, brauche es neben gezielter Anwerbung vor allem schnellere Verwaltungsverfahren und mehr Unterstützung beim Übergang vom Studium in den Beruf.

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