Blaue Karte: Darum ist dieser Aufenthaltstitel so wertvoll!

Update: Achtung! Das neue Einbürgerungsgesetz kommt am 27. Juni. 2024!!

Ab dem 27. Juni 2024 ändern sich wichtige Dinge bei der Einbürgerung. Das neue Einbürgerungsgesetz der Bundesregierung tritt dann in Kraft. Wichtige Voraussetzungen nach § 10 StAG sind von den Neuheiten betroffen!

Auch für Inhaber der Blauen Karte nach 18b AufenthG und der Blauen Karte EU nach § 18g AufenthG gibt es mit dem neuen Einbürgerungsgesetz wichtige Änderungen. So ist die Beantragung der Einbürgerung früher möglich und die doppelte Staatsbürgerschaft machbar.

Die Änderungen im neuen Gesetz haben drei besonders wichtige Punkte:

  1. Die Doppelte Staatsbürgerschaft ist erlaubt: Sie müssen ab dem 27.Juni 2024 nicht mehr die Staatsbürgerschaft Ihres Heimatlandes abgeben um eingebürgert zu werden. Auch die Ausnahmen nach § 12 StAG werden nicht mehr nötig sein. Die Doppelte Staatsbürgerschaft ist gesetzlich festgeschrieben!
  2. Die Einbürgerung nach 5 Jahren: Mit dem neuen Gesetz wird die Vorgabe für den rechtmäßigen Aufenthalt in Deutschland von 8 Jahren auf 5 Jahre gesenkt. Ab dem 27. Juni 2024 können Sie nach 5 Jahren rechtmäßigem Aufenthalt die Einbürgerung in Deutschland beantragen!
  3. Die Einbürgerung nach 3 Jahren:  Mit besonderen Integrationsleistungen: Mit besonderen Integrationsleistungen wie C1-Sprachzertifikat und schulischen Leistungen, beruflichen Leistungen und Ehrenamt können Sie nach 3 Jahren eingebürgert werden. Bisher war dies erst nach 6 Jahren möglich.
Die blaue Karte ist ein besonderer Aufenthaltstitel. Dieser Aufenthaltstitel kommt nicht für jeden Ausländer in Frage. Erfahren Sie in diesem Blogartikel, was die blaue Karte so besonders und wertvoll macht und wie man die blaue Karte beantragen kann. Finden Sie heraus, welche Vorteile die blaue Karte bietet und warum sie gerade bei einer Niederlassungserlaubnis und Einbürgerung sehr hilfreich ist.
Verfasst von:
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Valentin Radonici

Journalist

Fachlich geprüft von:
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Christin Schneider

Expertin im Ausländerrecht

Inhaltsverzeichnis
Blaue Karte: Darum ist dieser Aufenthaltstitel so wertvoll!

Bedingungen für die blaue Karte

Die blaue Karte ist ein besonderer Aufenthaltstitel, der nicht für alle Ausländer in Frage kommt und beantragt werden kann. Festgelegt ist dieses Aufenthaltsrecht in § 18b AufenthG. Die blaue Karte ist an klare, unterschiedliche Bedingungen geknüpft.

Hochschulabschluss

Ein abgeschlossener Hochschulabschluss ist die Grundvoraussetzung für die blaue Karte. Grund für den Aufenthaltstitel der blauen Karte ist es, hochqualifizierten akademischen Fachkräften aus dem Ausland die Einwanderung in Deutschland zu vereinfachen. Ziel bei dieser Vereinfachung ist es, diese Fachkräfte in den deutschen Arbeitsmarkt zu integrieren.

Integriert werden sollen diese Akademiker vor allem in Berufsfeldern, die in Deutschland einen Personalmangel haben. Ein Beispiel dafür ist der Medizinbereich. Deutschland einen hohen Ärztemangel. Entsprechend froh ist man in Deutschland, hochqualifizierte Ärzte mit Hochschulabschluss aus dem Ausland in Deutschland integrieren zu können und so den Ärztemangel zu beheben und dieses Problem zu bekämpfen.

Ein deutscher Hochschulabschluss wird generell anerkannt, gleiches gilt für einen gleichwertigen Abschluss. Wenn beides nicht der Fall ist und der Hochschulabschluss im Ausland erworben wurde, dann muss dieser Abschluss anerkannt werden.

Über den Anerkennungsfinder auf einer speziellen Webseite des Bundesministeriums für Bildung und Forschung können Sie genau prüfen lassen, ob und wie Ihr Hochschulabschluss in Deutschland anerkannt wird. Eine andere Möglichkeit der Überprüfung ist die Datenbank zur Anerkennung von ausländischen Bildungsabschlüssen, anabin.

Jobangebot oder Arbeitsvertrag

Die zweite Grundbedingung für eine blaue Karte ist ein Arbeitsvertrag. Es reicht nicht, einen hochqualifizierten Hochschulabschluss zu haben, ohne Arbeitsvertrag wird es nichts mit der Blue Card. Alternativ zu einem Arbeitsvertrag wird auch eine Stellenzusage akzeptiert. 

Wichtig ist, dass Sie bei der Beantragung die Nachweise (Arbeitsvertrag oder Stellenzusage) gemeinsam mit dem Antrag und dem Hochschulabschlusszeugnis vorlegen. Die Beschäftigung muss in Deutschland sein und es muss eine Betriebsstätte des Arbeitgebers in Deutschland vorhanden sein. Ist dies nicht der Fall, dann können Sie die Blue Card nicht beantragen.

Blue Card ohne Hochschulabschluss

Eine Blue Card ohne Hochschulabschluss ist nicht möglich. Der Hochschulabschluss kann auch nicht durch eine hochqualifizierte Arbeitsstelle ausgeglichen werden. Es gilt die Vorgabe eines abgeschlossenen Hochschulstudiums und eines Arbeitsvertrages oder einer Zusage auf eine Stelle. Die Kriterien des Hochschulabschlusses können nicht durch andere Alternativen ausgeglichen werden.

Blue Card ohne Erlaubnis der Bundesagentur für Arbeit

Normalerweise benötigen Sie keine Zustimmung der Bundesagentur für Arbeit, damit Sie eine Blue Card erhalten. Einzige Ausnahme ist, wenn Sie in einem Mangelberuf arbeiten und sich Ihr monatlicher Lohn unter 3796 (Beziehungsweise Jahreslohn 45.552) Euro brutto befindet. In diesem Fall benötigen Sie eine Genehmigung der Bundesagentur der Arbeit, um eine blaue Karte zu erhalten. Mangelberufe sind beispielsweise der Arztberuf oder Informatiker.

Krankenversicherung und Hauptwohnsitz

Sie müssen eine Krankenversicherung bei der zuständigen Behörde vorweisen. Dies gehört zu den Grundvoraussetzungen für die blaue Karte. Eine andere essentielle Voraussetzung ist es, dass Sie einen Hauptwohnsitz in der für Sie zuständigen Stadt/Gemeinde haben. Ohne diesen Hauptwohnsitz funktioniert die Beantragung der Blue Card auch nicht.

Welches Gehalt muss man vorweisen?

Das Mindestgehalt ist bei monatlich 4886,67 Euro brutto angesetzt. Das macht im Jahr 58.400 Euro brutto. Eine Ausnahme davon gibt es wie oben zu sehen nur bei Mangelberufen. Dann ist der Lohn tiefer, die Bundesagentur für Arbeit muss aber in diesem Fall überprüfen, ob eine blaue Karte als Aufenthaltstitel erlaubt werden kann.

Auf diesem Foto drückt eine Person einen Stempel auf einem Dokument aus.

Antrag auf blaue Karte

Beim Antrag auf blaue Karte gibt es verschiedene Szenarien. Entscheidender Unterschied ist beispielsweise, ob man schon lange in Deutschland lebt, oder ob man frisch nach Deutschland kommt und dann eine blaue Karte beantragt. Dann gibt es nochmal Unterschiede, wenn man aus dem internationalen Ausland kommt, oder aus dem EU-Ausland. Der Ablauf der Beantragung ist in den jeweiligen Fällen unterschiedlich

Wo muss man den Antrag stellen?

Zuständig für die Erteilung der Blue Card ist generell die Ausländerbehörde. Wenn Sie sich in einem visumspflichtigen Drittstaat befinden, dann überprüft die deutsche Auslandsvertretung in Ihrem Land, ob Sie für eine blaue Karte in Frage kommen. Wenn dies der Fall ist, erhalten Sie für die Einreise in die Bundesrepublik Deutschland ein nationales Visum zu Beschäftigungsgründen. 

Vor Ablauf dieses Visums müssen Sie den Antrag auf die Blue Card stellen. Die Ausländerbehörde erteilt Ihnen dann die beantragte Blue Card EU. Erst nach Erteilung der Blue Card kann die Beschäftigung bei Ihrem Arbeitgeber beginnen.

Wenn Sie bereits im Besitz einer Blue Card eines anderen EU-Staates sind, dann können Sie visafrei nach Deutschland reisen. Innerhalb eines Monats nach ihrer Einreise muss die blaue Karte bei der Ausländerbehörde beantragt werden. Dabei ist die Erfüllung aller Voraussetzungen essentiell. Auch hier gilt: Sie können erst beim neuen Arbeitgeber starten, wenn Ihre Blue Card ausgestellt wurde.

Staatsangehörige aus ein paar Ländern (USA, Südkorea, Israel, Nordirland, Großbritannien, Japan, Kanada, Australien, Neuseeland) können ohne Visum nach Deutschland reisen. Die Blue Card muss dann innerhalb von 3 Monaten vom Wohnort in Deutschland aus bei der zuständigen Ausländerbehörde beantragt werden. Wenn man dann die Blue Card in den Händen hält, kann man den Job beim neuen Arbeitgeber antreten.

Wenn Sie von einem anderen Aufenthaltstitel in den Aufenthaltstitel blaue Karte wechseln wollen, dann müssen Sie dies bei der Ausländerbehörde Ihres Wohnortes beantragen. Die Voraussetzungen sind genau die gleichen wie bei den anderen Ausgangslagen.

Welche Dokumente werden gebraucht?

Wichtig für den Antrag auf die Blue Card Europe ist es, dass Sie die notwendigen Dokumente vorweisen können. Die Anzahl der Dokumente ist sehr umfangreich und es lohnt sich dazu eine Checkliste zu machen, damit man die Übersicht behält.

Bei der ersten Beantragung müssen Sie das Antragsformular für die blaue Karte ausfüllen. Das Formular gibt es als Download auf der Webseite der Stadt Berlin zum herunterladen. Bei jeder Verlängerung muss das Antragsformular nicht nochmals ausgefüllt werden.

Ein anderes wichtiges zusätzliches Formular kommt für Sie in Frage, wenn Sie einen Mangelberuf ausüben und eine Genehmigung der Bundesagentur für Arbeit benötigen. Dieses Formular nennt sich Erklärung zum Beschäftigungsverhältnis und muss von Ihrem Arbeitgeber ausgefüllt werden.

Weitere Dokumente, die Sie vorlegen müssen, sind Identitätsnachweise und Dokumente über Ihre Wohnung. Als Identitätsnachweis reicht Ihr Pass aus. 

Als Wohndokument wird die Bescheinigung über die Anmeldung Ihrer Wohnung (die sogenannte Melde Bestätigung) oder der Mietvertrag und Einzugsbestätigung des Vermieters gebraucht. Die Einzugsbestätigung muss in dem Fall von Ihrem Vermieter unterschrieben sein. Der Mietvertrag oder Kaufvertrag mit Angabe der Wohnfläche muss im Original vorgelegt werden. Weiterhin brauchen Sie Nachweise über monatliche Wohnkosten (Kontoauszug oder die Kosten der bewohnten Immobilie).

Andere wichtige Dokumente sind der Arbeitsvertrag oder das Arbeitsplatzangebot, wenn notwendig eine Berufsausbildungserlaubnis und wenn notwendig eine Zeugnisbewertung. Außerdem müssen Sie Ihr Hochschulabschlusszeugnis und ein biometrisches Foto beifügen.

Für die Krankenversicherung ist es wichtig, dass Sie einen Nachweis über die Versicherung vorlegen und eine Bescheinigung, dass Sie in die Krankenkasse Geld einzahlen (z.B. durch Kontoauszüge. Zudem brauchen Sie eine Bescheinigung des Versicherers (beispielsweise AOK, Techniker Krankenkasse) über Ihre Versicherung.

Dauer der Bearbeitung und Kosten

Die Dauer der Bearbeitung beträgt circa. 5-6 Wochen. Wichtig ist, dass Sie etwa 4-6 Wochen, bevor Ihr aktuelles Aufenthaltsrecht abläuft, ein Vorgespräch mit der Ausländerbehörde vereinbaren. Dafür sollte man einen Termin festmachen mit der Behörde. 

Die Kosten für die blaue Karte liegen bei erstmaliger Beantragung bei 100 Euro. Bei einer Verlängerung für bis zu 3 Monaten müssen 96 Euro gezahlt werden und wenn die Blue Card um mehr als 3 Monate verlängert werden soll, dann ist eine Zahlung von 93 Euro notwendig.

Türkische Staatsangehörige zahlen sowohl für die Erstbeantragung, als auch für die Verlängerung weniger, dafür den gleichen Preis. Die Kosten betragen bei 22, 80 Euro für unter 24-Jährige und bei 37 Euro für über 24-Jährige Antragsteller.

Für eine mögliche Zeugnisbewertung werden zusätzliche Kosten nötig.

Gültigkeit der blauen Karte

Die blaue Karte ist maximal 4 Jahre lang gültig. Wenn Sie in einem befristeten Arbeitsverhältnis stehen, dann ist die Dauer der Blue Card kürzer. Die Dauer beträgt dann 3 Monate mehr als Ihr befristeter Arbeitsvertrag. In den ersten zwei Jahren der Beschäftigung ist es wichtig, dass Sie sich bei jedem Wechsel der Beschäftigung vorher die Erlaubnis der Ausländerbehörde holen. 

Die blaue Karte kann verlängert werden, wichtig ist, dass man die Dauer der Karte einhält und die Verlängerung rechtzeitig beantragt. Für die Verlängerung muss kein neues Antragsformular ausgefüllt werden.

Das darf man mit blauer Karte

Die Blue Card hat viele Vorteile und ist sehr lohnend. Die Möglichkeiten mit einer blauen Karte sind umfangreich und betreffen verschiedene Bereiche, sowohl was private Angelegenheiten, als auch berufliche Angelegenheiten angeht.

Reisemöglichkeiten mit blauer Karte

Mit einer Blue Card EU können Sie grundsätzlich aus touristischen Gründen visumfrei bis zu 90 Tage innerhalb von 190 Tagen in andere Schengen-Staaten reisen. Zu den Schengen-Staaten gehören Belgien, Dänemark, Estland, Finnland, Griechenland, Island, Italien, Kroatien, Lettland, Liechtenstein, Litauen, Luxemburg, Malta, Niederlande, Norwegen, Österreich, Polen, Portugal, Schweden, Schweiz, Slowakei, Slowenien, Spanien, Tschechische Republik und Ungarn.

Sie können mit einer blauen Karte mit Visum in alle anderen Länder reisen. Wichtig ist aber ein wichtiges Detail. Sind Sie länger als 12 Monate hintereinander in einem nicht EU-Land, dann endet Ihre Blue-Card. Eine Verlängerung der 12 Monate kann nur dann funktionieren, wenn Sie nachweisen, dass diese Verlängerung im Interesse der Bundesrepublik Deutschland ist.. Grund kann ein Auslandseinsatz für eine deutsche Firma im Ausland sein.

Erleichterungen beim Familiennachzug

Ein Vorteil mit blauer Karte ist der vereinfachte Familiennachzug. Das Thema Verpflichtungserklärung ist durch die bereits hohen Anforderungen für die blaue Karte bereits einfacher zu erfüllen, als bei anderen Aufenthaltstiteln. Mit blauer Karte ist es so, dass Ihr Familiennachzug vereinfachte Bedingungen hat. Der Ehepartner kann beispielsweise ohne vorherige Sprachkenntnisse eine Aufenthaltserlaubnis erhalten und erhält die Berechtigung, in Deutschland einer Arbeit nachzugehen.

Einbürgerung mit der blauen Karte

Die blaue Karte ermöglicht eine Einbürgerung, wenn alle Voraussetzungen für die deutsche Staatsbürgerschaft erfüllt sind. Eine Einbürgerung mit blauer Karte hat genau die gleichen Bedingungen wie eine Einbürgerung mit jedem anderen berechtigten Aufenthaltstitel. 

Durch die bereits hohen Anforderungen für die blaue Karte was das Gehalt angeht, ist es beim Punkt Nachweis für den Lebensunterhalt einfacher, als für viele andere Aufenthaltstitel. Sie können durch bestimmte Nachweise (früher bestandener Einbürgerungstest, B2 Zertifikat, oder eine Ehe mit einem deutschen Staatsbürger) die Einbürgerung auch schon nach 7,6 oder 3 Jahren beantragen.

Niederlassungserlaubnis mit blauer Karte

Die blaue Karte bringt Vorteile bei der Niederlassungserlaubnis. Bereits nach 33 Monaten können Besitzer einer Blue Card den Antrag auf eine Niederlassungserlaubnis stellen. Bedingung ist, dass Sie als Blue-Card-Besitzer einer hochqualifizierten Beschäftigung nachgehen, in die Rentenkasse eingezahlt haben und auf einfache Art auf Deutsch ausdrücken können. Mit einem B1-Zertifikat können Sie die 33 Monate auf 21 Monate verkürzen.

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Juristische Bedingungen und Unterschiede im EU Gebiet

Um zu wissen, welche Bedeutung die blaue Karte hat, ist es wichtig, Kenntnisse über die gesetzlichen Anforderungen in der EU zu haben und die verschiedenen Anforderungen innerhalb des EU-Gebietes zwischen den verschiedenen Ländern zu kennen.

Standpunkt der EU zur blauen Karte

Die juristische Richtlinie zur blauen Karte wurde mit der Richtlinie 2009/50/G festgelegt. Diese Richtlinie des Rates der Europäischen Union besagt, dass man zur Erreichung der im Jahr 2000 in Angriff genommenen Lissabon-Strategie hochqualifizierte Akademiker aus Drittstaaten benötigt. Ziel der Lissabon-Strategie war es, die EU zum wettbewerbsfähigsten und dynamischsten Wirtschaftsraum der Welt zu machen. Dieses Ziel sollte bis 2010 erreicht werden und wurde verfehlt. Nachfolgend an die Lissabon-Strategie wurde das Programm Europa 2020 ins Leben gerufen. Es hat ähnliche Ziele.

Unterschiede zwischen EU-Ländern

Die Blue Card EU kann in allen EU Mitgliedstaaten bis auf Dänemark und Irland beantragt werden. Die Anforderungen sind dabei jeweils zwischen den Staaten sehr ähnlich. Einziger kleiner Unterschied sind jeweils die Bedingungen was das Mindesteinkommen angeht beziehungsweise den genauen Betrag, welchen man vorzeigen muss. Verschieden ist auch manchmal die Dauer der Anerkennung in den unterschiedlichen EU-Ländern, sie läuft nicht überall gleich schnell ab.

Auf diesem Bild guckt ein junger Mann in die Ferne. In der Ferne ist ein Berg und ein Sonnenaufgang zu sehen.

Aktuelle Problematik und Zukunft

Die aktuelle Situation für die blaue Karte ist mit unterschiedlichen Problemen konfrontiert. Entsprechend ist auch die Zukunftsaussicht unterschiedlich zu betrachten und zu beurteilen. Dabei geht es um das eigentliche Ziel und auch um die Schwierigkeiten, mit denen man bei der Beantragung der blauen Karte konfrontiert ist.

Adaption in unterschiedlichen EU-Staaten

Aktuell ist es so, dass Sie in jedem EU Land neu die blaue Karte EU beantragen müssen, wenn Sie in diesem Land arbeiten wollen. Entsprechend funktioniert die direkte Adaption von einer in Deutschland ausgestellten blauen Karte EU in anderen EU Staaten noch nicht. Sie müssen in diesem Fall jeweils innerhalb eines Monats die blaue Karte EU neu beantragen.

Anerkennung der Hochschulabschlüsse

Die Anerkennung der Hochschulabschlüsse ist ein kompliziertes Verfahren. Die Überprüfung ist sehr langwierig und funktioniert nicht immer schnell. Dies könnte mit einem schnelleren europaweiten Anerkennungssystem für Hochschulabschlüsse behoben und verbessert werden. So ein System wäre sehr wichtig, um die langen Wartezeiten auf die Anerkennung der Hochschulabschlüsse zu vermeiden.

Erreichung der gesetzten Ziele

Innerhalb der EU gibt es immer wieder Kritik an den gesteckten Zielen. Es fing schon 2010 an. Damals wollte man die Ziele aus der Lissabon-Strategie aus dem Jahr 2000 erreichen. Das Ziel, zum wettbewerbsfähigsten und dynamischsten Wirtschaftsraum der Welt zu werden, wurde verfehlt. Man kam mit 68 Prozent nicht auf die gewünschte Beschäftigungsquote von 70 Prozent. Auch die Erhöhung der Arbeitslosigkeit entsprach nicht den gesetzten Zielen. 

Ähnlich kritisch sieht es auch mit den Zielen des Nachfolgekonzepts Europa 2020 aus. Das Konzept hat kaum Änderungen im Vergleich zum Vorgänger und wird von Kritikern als wenig lösungsorientiert gesehen.

Die Zukunft der blauen Karte

Es werden auch in Zukunft viele hochqualifizierte Akademiker aus Drittstaaten benötigt. Nicht nur in Deutschland, sondern im ganzen EU-Raum. In unterschiedlichen Berufsbranchen gibt es einen hohen Fachkräftemangel und dieser Mangel muss behoben werden. 

Der Weg, mit einer blauen Karte in der EU und in Deutschland Fuß zu fassen, ist immer noch der einfachste Weg und er wird auch in Zukunft der schnellste Weg sein. Ein großer Grund hierfür ist, dass sowohl Deutschland als auch die Europäische Union ein starkes Interesse an der Einwanderung von hochqualifizierten Akademikern haben.

Zusammenfassung

Wie Sie gut erkennen können, gibt es für die blaue Karte wichtige Fakten, die Sie wissen sollten und die für Sie wichtig sind. Hier sind diese Punkte für Sie nochmals wiederholt:

  1. Für die blaue Karte müssen Sie einen in Deutschland anerkannten Hochschulabschluss oder einen deutschen Hochschulabschluss vorweisen.
  2. Für die Blaue Karte müssen Sie einen Arbeitsvertrag oder eine Stellenzusage nachweisen können.
  3. Ihr Einkommen muss, wenn Sie nicht in einem Mangelberuf arbeiten, 58.400 Euro brutto jährlich betragen. Gehen Sie einem Mangelberuf nach und Ihr Jahreslohn liegt bei unter 45.252 Euro brutto, dann muss die Bundesagentur für Arbeit überprüfen, ob Sie für eine blaue Karte in Frage kommen.
  4. Mit einer Blauen Karte können Sie schon nach 27 Monaten die Niederlassungserlaubnis beantragen.
  5. Mit einer blauen Karte können Sie visumfrei bis zu 90 Tage innerhalb von 190 Tagen in andere Schengen-Staaten reisen.
  6. Mit der blauen Karte haben Sie Vereinfachungen bei Ihrem Familiennachzug. Ihr Ehepartner kann ohne Sprachkenntnisse eine Aufenthaltserlaubnis erhalten und bekommt die Berechtigung, in Deutschland einer Arbeit nachzugehen.
  7. Die blaue Karte ist maximal 4 Jahre gültig.
Gibt es noch Fragen zur blauen Karte?
Haben Sie noch unbeantwortete Fragen zur blauen Karte? Kontaktieren Sie uns. Unsere juristischen Experten helfen Ihnen gerne weiter!

FAQ – Die wichtigsten Fragen und Antworten zur blauen Karte

Die blaue Karte lohnt sich, weil sie eine Möglichkeit ist, bereits nach 33 Monaten die Niederlassungserlaubnis zu bekommen. Ein weiterer Grund für die Blue-Card sind Erleichterungen bei der Familienzusammenführung. Weiterhin kann man mit einer blauen Karte visafrei in Schengen-Staaten reisen.

Die blaue Karte hat das Ziel, hochqualifizierten Akademikern das Einwandern in Deutschland zu erleichtern. Auf diese Weise will man gegen den auftretenden Fachkräftemangel in unterschiedlichen Berufsbranchen vorgehen und den Mangel beheben. 

Voraussetzung für die blaue Karte ist ein abgeschlossenes, in Deutschland anerkanntes Hochschulstudium. Dies muss man im Ernstfall in Deutschland anerkennen lassen oder überprüfen lassen, welches Niveau der Abschluss hat. Eine weitere wichtige Bedingung ist ein Arbeitsvertrag oder alternativ eine Stellenzusage. Weiterhin müssen die Mindestverdienstgrenzen eingehalten werden. Bei Mangelberuf sind es 45.252 Euro brutto Jahreslohn und ohne Mangelberuf sind es 58.400 Euro brutto.

Die blaue Karte erhält man, wenn die Bedingungen (Arbeitsvertrag und Hochschulabschluss und Mindestverdienstgrenze) vorliegen und alle Dokumente nachgewiesen wurden, die erforderlich sind.

Die blaue Karte ist maximal vier Jahre gültig. Vor Ablauf muss sie wieder verlängert werden. Es ist eine Verlängerung von 3 Monaten und eine Verlängerung von mehr als drei Monaten möglich.

Nein. Eine Grundvoraussetzung der blauen Karte sind der Hochschulabschluss und ein Arbeitsvertrag. Wenn dies nicht der Fall ist, dann kann keine Blue-Card vergeben werden.

Ja. Wenn Sie keinem Mangelberuf nachgehen und ihr monatlicher Jahreslohn 58.400 Euro brutto oder mehr beträgt, dann ist keine Erlaubnis der Bundesagentur für Arbeit notwendig. Gehen Sie einem Mangelberuf nach und verdienen unter 3796 Euro brutto im Monat, dann ist eine Überprüfung der Bundesagentur für Arbeit notwendig, um zu sehen, ob Sie die blaue Karte erhalten können.

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