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Niederlassungserlaubnis für Absolventen. Voraussetzungen für Absolventen deutscher Hochschulen und Absolventen ausländischer Hochschulen.
Veröffentlicht:

12. Mai 2026

Niederlassungserlaubnis für Absolventen: Voraussetzungen nach dem Studium

Viele internationale Studierende kommen nach Deutschland, um hier zu studieren und wollen auch nach dem Abschluss langfristig bleiben. Die Niederlassungserlaubnis für Absolventen ist dafür ein wichtiger Schritt. Sie ermöglicht einen unbefristeten Aufenthalt und bietet deutlich mehr Sicherheit als befristet Aufenthaltstitel. Doch welche Voraussetzungen müssen erfüllt sein? In diesem Artikel erfahren Sie, wie Sie die Niederlassungserlaubnis nach dem Studium erhalten.
Verfasst von:
Anna Faustmann
Redakteurin
Fachlich geprüft von:
Christin Schneider
Expertin für Ausländerrecht

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Inhaltsverzeichnis

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Niederlassungserlaubnis ist ein unbefristeter Aufenthaltstitel und bietet langfristige Sicherheit, mehr Flexibilität im Job und bessere Chancen im Alltag (z. B. bei Wohnung oder Kredit).
  • Mit einem Aufenthaltstitel zum Studium (§ 16b AufenthG) können Sie die Niederlassungserlaubnis nicht erhalten. Sie müssen zuerst in einen Aufenthaltstitel als Fachkraft (§ 18b AufenthG oder § 21 AufenthG) oder die Blaue Karte EU (§ 18g AufenthG) wechseln.
  • Absolvent:innen deutscher Hochschulen profitieren von kürzeren Mindestaufenthaltszeiten für die Niederlassungserlaubnis: in der Regel können sie den unbefristeten Aufenthaltstitel nach 2 Jahren erhalten (mit § 18b AufenthG).
  • Absolvent:innen mit ausländischem Abschluss müssen in der Regel länger warten (meist 3 Jahre mit § 18b AufenthG) und brauchen zusätzlich die Anerkennung ihres Abschlusses in Deutschland.

Niederlassungserlaubnis für Absolventen: Diese Vorteile haben Sie

Die Niederlassungserlaubnis ist ein unbefristeter Aufenthaltstitel. Das bedeutet: Er ermöglicht es, dauerhaft in Deutschland zu leben und zu arbeiten, ohne den Aufenthaltstitel regelmäßig verlängern zu müssen. Für viele internationale Absolventinnen und Absolventen ist sie daher ein wichtiges Ziel nach dem Studium.

Im Vergleich zu befristeten Aufenthaltstiteln bietet die Niederlassungserlaubnis deutlich mehr Sicherheit und Flexibilität. Mit einer Niederlassungserlaubnis sind Sie nicht mehr an einen bestimmten Aufenthaltszweck gebunden und können Ihren Arbeitsplatz frei wählen oder sich selbstständig machen.

Gerade für Absolventinnen und Absolventen ergeben sich dadurch viele Vorteile im Alltag und im Berufsleben: Sie haben bessere Chancen auf dem Arbeitsmarkt, da viele Arbeitgeber einen unbefristeten Aufenthaltstitel bevorzugen. Gleichzeitig sind Sie nicht mehr an einen bestimmten Arbeitgeber gebunden und können leichter den Job wechseln, wenn sich bessere Möglichkeiten ergeben.

Auch Ihre persönliche Planung wird einfacher: Mit einer Niederlassungserlaubnis haben Sie langfristige Sicherheit und können Ihr Leben in Deutschland verlässlich aufbauen, zum Beispiel bei der Familienplanung. Darüber hinaus profitieren Sie auch im Alltag: Die Suche nach einer Wohnung oder die Aufnahme eines Kredits ist oft deutlich unkomplizierter, da Ihr Aufenthaltsstatus als stabil und dauerhaft gilt.

Niederlassungserlaubnis nach dem Studium – So funktioniert’s!

Sie haben Ihr Studium abgeschlossen und möchten dauerhaft in Deutschland bleiben? Dann ist die Niederlassungserlaubnis nach dem Studium der richtige Weg für Sie. Sie richtet sich an

  • ausländische Absolventinnen und Absolventen deutscher Hochschulen, die nach ihrem Abschluss in Deutschland leben und arbeiten möchten
  • Absolvent:innen ausländischer Hochschulen, die in Deutschland einer qualifizierten Beschäftigung nachgehen

Wichtig: Mit einem Aufenthaltstitel zum Studium (§ 16b AufenthG) können Sie die Niederlassungserlaubnis nicht erhalten. Für den unbefristeten Aufenthaltstitel müssen Sie zunächst in einen Aufenthaltstitel als Fachkraft (§ 18b AufenthG), als Selbstständiger (§ 21 AufenthG) oder in die Blaue Karte EU (§ 18g AufenthG) wechseln. Erst auf dieser Grundlage können Sie später eine Niederlassungserlaubnis erhalten.

Welcher Weg führt zur Niederlassungserlaubnis für Absolventen nach dem Studium?

Welche Voraussetzungen Sie für die Niederlassungserlaubnis erfüllen müssen, hängt davon ab, ob Sie Ihr Studium in Deutschland oder im Ausland abgeschlossen haben.

Die folgende Übersicht zeigt Ihnen, auf welcher rechtlichen Grundlage Sie die Niederlassungserlaubnis beantragen können – und welchen Aufenthaltstitel Sie dafür benötigen.

Studium und Abschluss
aktueller Aufenthaltstitel
Anspruch auf Niederlassungserlaubnis
in Deutschland (§ 16b AufenthG)
§ 18b AufenthG (Fachkraft)
Ja – nach § 18c Abs. 1 Satz 2 AufenthG
im Ausland
§ 18b AufenthG (Fachkraft)
Ja – nach § 18c Abs. 1 Satz 1 AufenthG
in Deutschland (§ 16b AufenthG)
§ 21 AufenthG (Selbstständig)
Ja – nach 21 Abs. 2a AufenthG
in Deutschland (§ 16b AufenthG)
§ 18g AufenthG (Blaue Karte)
Ja – nach § 18c abs. 2 S. 1 oder S. 3 AufenthG
im Ausland
§ 18g AufenthG (Blaue Karte EU)
Ja – nach § 18c abs. 2 S. 1 oder S. 3 AufenthG

Kurz zusammengefasst: Wenn Sie ein Studium an einer deutschen oder ausländischen Hochschule abgeschlossen haben und aktuell einen Aufenthaltstitel als Fachkraft besitzen (§ 18b, § 18g oder §21 AufenthG), können Sie unter bestimmten Voraussetzungen eine Niederlassungserlaubnis in Deutschland erhalten.

Dabei spielt es eine wichtige Rolle, ob Ihr Abschluss von einer deutschen oder einer ausländischen Hochschule stammt – denn davon hängt ab, ob Sie von erleichterten Voraussetzungen profitieren können.

Niederlassungserlaubnis für Absolventen einer deutschen Hochschule – Voraussetzungen

Damit ausländische Absolventen deutscher Hochschulen eine Niederlassungserlaubnis erhalten können, müssen mehrere Voraussetzungen erfüllt sein. Diese ergeben sich aus § 18c Abs. 1 Satz 2 AufenthG sowie § 21 Abs. 2a AufenthG.

Die wichtigsten Voraussetzungen im Überblick:

Abschluss an einer deutschen Hochschule

Grundvoraussetzung ist ein erfolgreich abgeschlossenes Studium an einer staatlich anerkannten deutschen Hochschule. Der Abschluss bildet die Grundlage dafür, in einen Aufenthaltstitel als Fachkraft (§ 18b AufenthG oder § 21 AufenthG) wechseln zu können.

Qualifizierte Beschäftigung nach dem Studium — Wechsel in Aufenthaltstitel für Fachkräfte

Nach dem Studium müssen Sie eine qualifizierte Beschäftigung aufnehmen. Nur dann gilt sie als Fachkraftbeschäftigung und somit als Grundlage für die Niederlassungserlaubnis.

Wichtig: Für die Niederlassungserlaubnis müssen Sie zunächst von Ihrem Aufenthaltstitel zum Studium (§ 16b AufenthG) in einen Aufenthaltstitel als Fachkraft (§ 18b AufenthG oder § 18g AufenthG oder § 21 AufenthG) wechseln.

Mindestaufenthalt und Beschäftigungsdauer

Für Absolventen deutscher Hochschulen gelten verkürzte Fristen für den Erhalt der Niederlassungserlaubnis. In der Regel reicht es aus, wenn Sie zwei Jahre mit einem Aufenthaltstitel als Fachkraft (§ 18b AufenthG) in Deutschland gelebt und gearbeitet haben. Mit einem Aufenthaltstitel nach 21 AufenthG können Sie die Niederlassungserlaubnis nach drei Jahren rechtmäßigen Aufenthalt erhalten.

Wenn Sie eine Blaue Karte EU (§ 18g AufenthG) besitzen, gelten andere Fristen:

  • 27 Monate Aufenthalt und Beschäftigung bei Deutschkenntnissen auf dem Niveau A1
  • 21 Monate Aufenthalt und Beschäftigung bei Deutschkenntnissen auf dem Niveau B1

Gesicherter Lebensunterhalt

Ein weiterer wichtiger Punkt ist der gesicherte Lebensunterhalt. Das bedeutet: Der Lebensunterhalt muss ohne staatliche Unterstützung wie Bürgergeld (SGB II) oder Sozialhilfe (SGB XII) dauerhaft gesichert sein. Bestimmte Leistungen wie Wohngeld, Kinderzuschlag oder Kindergeld gelten in der Regel nicht als problematisch.

Rentenversicherung

Außerdem müssen Sie Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung nachweisen. Für Absolventen deutscher Hochschulen mit dem Aufenthaltstitel § 18b AufenthG sind in der Regel mindestens 24 Monate erforderlich. Alternativ können auch vergleichbare private Vorsorgeleistungen anerkannt werden.

Bei der Blauen Karte EU (§ 18g AufenthG) gelten folgende Zeiten:

  • 27 Monate Rentenzahlungen bei Sprachniveau A1
  • 21 Monate Rentenzahlungen bei Sprachniveau B1

Deutschkenntnisse

Wenn Sie mit einem Aufenthaltstitel nach § 18b AufenthG oder § 21 AufenthG eine Niederlassungserlaubnis beantragen wollen, müssen Sie Deutschkenntnisse auf dem B1-Niveau nachweisen. Diese Voraussetzung soll sicherstellen, dass eine nachhaltige Integration in Deutschland möglich ist.

Außerdem gilt: Wenn Sie Ihr Studium in deutscher Sprache absolviert haben, wird das als Nachweis Ihrer Sprachkenntnisse anerkannt. Ein separates Sprachzertifikat benötigen Sie dann nicht.

Mit einer Blauen Karte EU (§ 18g AufenthG) genügen Sprachkenntnisse auf A1-Niveau. Dann ist eine Niederlassungserlaubnis regulär nach 27 Monaten Aufenthalt möglich. Können Sie Sprachkenntnisse auf B1-Niveau nachweisen, können Sie die Niederlassungserlaubnis bereits nach 21 Monaten Aufenthalt beantragen.

Weitere Voraussetzungen

Neben den genannten Punkten müssen einige weitere allgemeine Voraussetzungen erfüllt sein. Dazu gehört insbesondere, dass keine schwerwiegenden Vorstrafen vorliegen und die Identität eindeutig geklärt ist – in der Regel durch einen gültigen Nationalpass.

Außerdem verlangt die Behörde eine sogenannte positive Zukunftsprognose. Das bedeutet: Die Behörde prüft, ob Sie langfristig in der Lage sind, Ihren Lebensunterhalt eigenständig zu sichern und sich dauerhaft in Deutschland integrieren können.

Auch Grundkenntnisse der Rechts- und Gesellschaftsordnung werden verlangt. Bei Absolvent:innen deutscher Hochschulen wird dieser Nachweis durch den Abschluss des Studiums erfüllt – insbesondere dann, wenn entsprechende Inhalte wie Recht, Politik oder Gesellschaft behandelt wurden.

Voraussetzungen im Überblick: Niederlassungserlaubnis für Absolventen deutschen Hochschulen

Voraussetzung
§ 18b AufenthG (Fachkraft)
§ 18g AufenthG (Blaue Karte EU)
Abschluss an deutscher Hochschule
Ja — danach Wechsel in § 18b AufenthG
Ja — danach Wechsel in 18g AufenthG
Aufenthaltszeit
2 Jahre (mit § 18b AufenthG)
27 Monate (mit § 18g AufenthG) ODER 21 Monate (mit § 18g AufenthG + B1)
Gesicherter Lebensunterhalt
100 % gesichert, kein Jobcenter
100% gesichert, kein Jobcenter
Rentenversicherung
2 Jahre
27 Monate bzw. 21 Monate bei B1-Sprachniveau
Deutschkenntnisse
B1 oder Ausnahme
A1 (bei 27 Monaten Aufenthalt) oder B1 (bei 21 Monaten Aufenthalt)
Vorstrafen
max. 90 Tagessätze oder max. 3 Monate auf Bewährung
max. 90 Tagessätze oder max. 3 Monate auf Bewährung
geklärte Identität
Ja
Ja
positive Zukunftsprognose
Ja
Ja
Leben in Deutschland Test
Ja — oder Hochschulabschluss mit entsprechenden Fächern
Ja — oder Hochschulabschluss mit entsprechenden Fächern
Sonstiges
Mindestgehalt 2026: 50.700 Euro brutto / Jahr. Für Engpassberufe oder Berufseinsteiger: 45.934,20 Euro brutto/Jahr.

Voraussetzungen Niederlassungserlaubnis für Absolventen einer ausländischen Hochschule

Auch Absolventinnen und Absolventen ausländischer Hochschulen können in Deutschland eine Niederlassungserlaubnis erhalten. Voraussetzung ist, dass Sie nach Ihrem Studium als Fachkraft in Deutschland arbeiten und alle gesetzlichen Anforderungen erfüllen.

Hier die wichtigsten Voraussetzungen im Überblick:

Abschluss an einer ausländischen Hochschule

Grundvoraussetzung ist ein erfolgreich abgeschlossenes Studium an einer anerkannten ausländischen Hochschule. Wichtig dabei: Ihr Abschluss muss in Deutschland als gleichwertig anerkannt werden. Nur dann können Sie eine qualifizierte Beschäftigung als Fachkraft aufnehmen und die Grundlage für die spätere Niederlassungserlaubnis schaffen.

Qualifizierte Beschäftigung nach dem Studium

Nach dem Studium müssen Sie in Deutschland eine qualifizierte Beschäftigung ausüben. Wichtig ist außerdem, dass Sie einen passenden Aufenthaltstitel besitzen. Für die Niederlassungserlaubnis benötigen Sie in der Regel einen Aufenthaltstitel als Fachkraft – zum Beispiel nach § 18b AufenthG oder die Blaue Karte EU (§ 18g AufenthG).

Mindestaufenthalt und Beschäftigungsdauer

Im Vergleich zu Absolvent:innen deutscher Hochschulen gelten für Absolventen mit einem ausländischen Abschluss längere Fristen.

Wenn Sie Ihren Abschluss an einer ausländischen Hochschule erworben haben und anschließend mit einem Aufenthaltstitel als Fachkraft (§ 18b AufenthG) in Deutschland arbeiten, brauchen Sie eine Aufenthaltszeit von mindestens drei Jahren, bevor Sie die Niederlassungserlaubnis beantragen können.

Mit der Blauen Karte EU (§ 18g AufenthG):

  • 27 Monate bei Deutschkenntnissen auf A1-Niveau
  • 21 Monate bei Deutschkenntnissen auf B1-Niveau

Gesicherter Lebensunterhalt

Ihr Lebensunterhalt muss dauerhaft gesichert sein. Das bedeutet: Sie dürfen keine Leistungen wie Bürgergeld (SGB II) oder Sozialhilfe (SGB XII) beziehen. Leistungen wie Wohngeld, Kinderzuschlag oder Kindergeld sind in der Regel unproblematisch.

Rentenversicherung

Für die Niederlassungserlaubnis müssen Sie nachweisen, dass Sie in die gesetzliche (oder private) Rentenversicherung eingezahlt haben. Die erforderliche Dauer hängt davon ab, welchen Aufenthaltstitel Sie besitzen.

Wenn Sie eine Aufenthaltserlaubnis als Fachkraft nach § 18b AufenthG haben, müssen Sie mindestens drei Jahre Beiträge zur Rentenversicherung geleistet haben.

Bei der Blauen Karte EU (§ 18g AufenthG) gelten kürzere Fristen: Hier reichen grundsätzlich 27 Monate mit entsprechenden Beiträgen aus. Wenn Sie zusätzlich Deutschkenntnisse auf dem Niveau B1 nachweisen können, verkürzt sich diese Zeit auf 21 Monate.

Deutschkenntnisse

Auch die erforderlichen Deutschkenntnisse richten sich nach Ihrem Aufenthaltstitel.

Wenn Sie eine Aufenthaltserlaubnis nach § 18b AufenthG haben, müssen Sie in der Regel Deutschkenntnisse auf dem Niveau B1 nachweisen.

Bei der Blauen Karte EU (§ 18g AufenthG) gelten erleichterte Anforderungen: Für die reguläre Frist von 27 Monaten genügen bereits Sprachkenntnisse auf dem Niveau A1. Wenn Sie jedoch das Sprachniveau B1 erreichen, verkürzt sich die Mindestaufenthaltszeit auf 21 Monate.

Weitere Voraussetzungen

Zusätzlich müssen weitere Voraussetzungen erfüllt sein. Dazu gehören insbesondere: keine schwerwiegenden Vorstrafen und eine geklärte Identität (z. B. durch einen gültigen Nationalpass).

Außerdem prüft die Behörde, ob eine positive Zukunftsprognose vorliegt. Das bedeutet: Es muss wahrscheinlich sein, dass Sie Ihren Lebensunterhalt auch langfristig selbst sichern können und Sie gut in Deutschland integriert sind.

Darüber hinaus müssen Sie grundlegende Kenntnisse der Rechts- und Gesellschaftsordnung in Deutschland nachweisen. In der Regel erfolgt dies durch den erfolgreichen Abschluss des Einbürgerungstests “Leben in Deutschland“.

Voraussetzungen im Überblick: Niederlassungserlaubnis für Absolventen einer ausländischen Hochschule

Voraussetzung
§ 18b AufenthG (Fachkraft)
§ 18g AufenthG (Blaue Karte EU)
Abschluss an ausländischer Hochschule
Ja + Aufenthaltstitel nach § 18b AufenthG
Ja + Aufenthaltstitel nach § 18g AufenthG
Aufenthaltszeit
3 Jahre (mit § 18b AufenthG)
27 Monate (mit § 18g AufenthG) ODER 21 Monate (mit § 18g AufenthG + B1)
Gesicherter Lebensunterhalt
100% gesichert, kein Jobcenter
100% gesichert, kein Jobcenter
Rentenversicherung
3 Jahre
27 Monate bzw. 21 Monate bei B1-Sprachniveau
Deutschkenntnisse
B1 oder Ausnahme
A1 (bei 27 Monaten Aufenthalt) oder B1 (bei 21 Monaten Aufenthalt)
Vorstrafen
max. 90 Tagessätze oder max. 3 Monate auf Bewährung
max. 90 Tagessätze oder max. 3 Monate auf Bewährung
geklärte Identität
Ja
Ja
positive Zukunftsprognose
Ja
Ja
Leben in Deutschland Test
Ja
Ja
Sonstiges
Mindestgehalt 2026: 50.700 Euro brutto / Jahr. Für Engpassberufe oder Berufseinsteiger: 45.934,20 Euro brutto/Jahr.

Welche Unterlagen brauchen Absolventen für die Niederlassungserlaubnis?

Wenn Sie eine Niederlassungserlaubnis beantragen möchten, müssen Sie verschiedene Unterlagen bei der Ausländerbehörde einreichen. Welche Dokumente genau verlangt werden, kann je nach Behörde leicht variieren. Es gibt jedoch einige Nachweise, die in den meisten Fällen erforderlich sind.

Dazu gehören:

  • Gültiger Nationalpass
    Ihr Pass dient als Nachweis Ihrer Identität und Staatsangehörigkeit.
  • Aktueller Aufenthaltstitel
    Zum Beispiel Ihre Aufenthaltserlaubnis nach § 18b AufenthG oder § 21 AufenthG oder Ihre Blaue Karte EU (§ 18g AufenthG).
  • Arbeitsvertrag
    Dieser zeigt, dass Sie in einer qualifizierten Beschäftigung arbeiten.
  • Gehaltsnachweise
    In der Regel werden die letzten drei bis sechs Gehaltsabrechnungen verlangt, um Ihren gesicherten Lebensunterhalt nachzuweisen.
  • Nachweise über die Rentenversicherung
    Zum Beispiel eine Rentenversicherungsverlauf-Auskunft der Deutschen Rentenversicherung, aus der Ihre bisherigen Beiträge hervorgehen.
  • Nachweis über Deutschkenntnisse
    In der Regel ein Sprachzertifikat auf dem Niveau B1. Alternativ kann auch ein Abschluss einer deutschen Hochschule als Nachweis anerkannt werden, wenn das Studium auf Deutsch absolviert wurde.
  • Mietvertrag
    Damit zeigen Sie, dass Sie über ausreichenden Wohnraum verfügen.
  • Meldebescheinigung
    Diese bestätigt Ihren aktuellen Wohnsitz in Deutschland.
  • Nachweis über Krankenversicherung
    Eine aktuelle Bescheinigung Ihrer gesetzlichen oder privaten Krankenversicherung.
  • Nachweis über Kenntnisse der Rechts- und Gesellschaftsordnung
    Häufig durch das Zertifikat „Leben in Deutschland“. Bei Absolventinnen und Absolventen deutscher Hochschulen genügt meist das Abschlusszeugnis.
  • Biometrisches Passfoto
    Für die Ausstellung des elektronischen Aufenthaltstitels (eAT).

Niederlassungserlaubnis nach dem Studium: FAQ

Kann ich auch direkt nach dem Studium eine Niederlassungserlaubnis erhalten?

Nein. Mit einem Aufenthaltstitel zum Studium (§ 16b AufenthG) ist eine Niederlassungserlaubnis nicht möglich. Sie müssen zunächst in einen Aufenthaltstitel für Fachkräfte (§ 18b AufenthG), als Selbstständige/r (§ 21 AufenthG) oder die Blaue Karte EU (§ 18g AufenthG) wechseln und dann die entsprechende Mindestaufenthaltszeit erfüllen.

Das hängt vom Aufenthaltstitel ab. Absolventinnen und Absolventen deutscher Hochschulen können die Niederlassungserlaubnis oft schon nach zwei Jahren mit einer Aufenthaltserlaubnis als Fachkraft (§ 18b AufenthG) erhalten. Absolvent:innen einer ausländischen Hochschule können die Niederlassungserlaubnis nach drei Jahren erhalten.

Mit der Blauen Karte EU sind es in der Regel 27 Monate – oder 21 Monate bei Deutschkenntnissen auf B1-Niveau.

Für einen Aufenthaltstitel nach § 18b AufenthG oder § 18g AufenthG müssen Sie eine qualifizierte Beschäftigung ausüben. Das bedeutet aber nicht zwingend, dass die Tätigkeit dem Studium entsprechen muss. Generell genügt die Ausübung einer qualifizierten Beschäftigung, um als Fachkraftbeschäftigung zu gelten.

In der Regel nein – zumindest nicht über den klassischen Weg für Absolventinnen und Absolventen. Wenn Sie Ihr Studium abbrechen und keinen anerkannten Hochschulabschluss haben, erfüllen Sie nicht die Voraussetzungen für einen Aufenthaltstitel als Fachkraft nach § 18b AufenthG oder für die Blaue Karte EU (§ 18g AufenthG).

Das bedeutet: Der Weg zur Niederlassungserlaubnis über diese Regelungen ist ausgeschlossen.

Es gibt jedoch alternative Wege: Sie können zum Beispiel eine qualifizierte Berufsausbildung in Deutschland abschließen und anschließend als Fachkraft mit Berufsausbildung arbeiten (§ 18a AufenthG). Auch über andere Aufenthaltstitel kann später unter bestimmten Voraussetzungen eine Niederlassungserlaubnis möglich sein.

Die Bearbeitungszeit kann je nach Ausländerbehörde stark variieren. In vielen Fällen dauert es mehrere Monate bis zu einem Jahr.

Die Kosten für die Niederlassungserlaubnis sind in § 44 AufenthV festgeschrieben. Die Gebühr für die Niederlassungserlaubnis bei § 18b AufenthG oder § 18g AufenthG liegt bei 113 Euro.

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Anna Faustmann
Redakteurin
Anna Faustmann ist als Redakteurin bei Migrando tätig. Mit ihrer fundierten Ausbildung und langjährigen Erfahrung im Journalismus und digitalen Marketing bringt sie ein tiefes Verständnis für die Konzeption und Erstellung ...