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Das Bild zeigt eine große Gruppe Flüchtlinge und Asylsuchender.

Studie: Mehrheit der Geflüchteten von 2015 sind heute berufstätig und integriert

Zehn Jahre nach dem „Flüchtlingssommer“ 2015 zieht das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) eine überwiegend positive Bilanz. Laut einer aktuellen Studie haben die meisten Geflüchteten inzwischen eine Arbeit gefunden. Gleichzeitig zeigen die Zahlen aber deutliche Unterschiede zwischen Männern und Frauen sowie beim Einkommen. Und sie macht deutlich, welche Hürden die Integration bis heute erschweren.
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Studie: Fast so viele Geflüchtete wie Deutsche haben eine Arbeit

Die Studie zeigt, dass 2024 rund 64 Prozent der vor zehn Jahren nach Deutschland eingereisten Geflüchteten inzwischen eine Arbeit gefunden haben. Zum Vergleich: In der Gesamtbevölkerung lag die Quote im selben Jahr mit 70 Prozent nur ein wenig höher.

Etwa 90 Prozent der beschäftigten Geflüchteten gingen einer sozialversicherungspflichtigen Arbeit nach – also einer Arbeit mit einem Einkommen von mindestens 556 Euro pro Monat. Nur noch 34 Prozent erhielten 2023 Leistungen nach dem Sozialgesetzbuch II (Bürgergeld bzw. Grundsicherung).

Die IAB-Forscher:innen betonen, dass dieser Erfolg angesichts der schwierigen Startbedingungen der Geflüchteten nicht selbstverständlich ist. Viele Geflüchtete kamen ohne Sprachkenntnisse und mit einem ungesicherten Aufenthaltsstatus nach Deutschland. Hinzu kamen die Folgen von Krieg und Vertreibung.

Eine weitere Hürde: Viele Geflüchtete hatten zwar Bildungs- und Berufsabschlüsse, doch diese ließen sich in Deutschland oft nur schwer nutzen. Grund dafür sind die Unterschiede zwischen den Bildungssystemen der Herkunftsländer und dem deutschen System, die die Anerkennung von Qualifikationen erschweren.

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Große Unterschiede zwischen Männern und Frauen

Die größten Unterschiede zeigen sich zwischen der Anzahl der berufstätigen Frauen und der Männer. 2024 hatten 76 Prozent der Männer Arbeit, aber nur 35 Prozent der geflüchteten Frauen. Zum Vergleich: In der Gesamtbevölkerung sind es 72 Prozent bei Männern und 69 Prozent bei Frauen.

Nach Einschätzung der Studie gibt es dafür mehrere Gründe, darunter:

Hinzu kommt, dass viele Frauen häufiger in Teilzeit und Minijobs arbeiten. „Das größte Potenzial für mehr Erwerbstätigkeit liegt bei den Frauen“, erklärt die Forscherin Yuliya Kosyakova.

Einkommen steigt – bleibt aber unter dem Durchschnitt

Auch beim Einkommen zeigt die Studie Fortschritte. Während das durchschnittliche Einkommen von Geflüchteten mit einem Vollzeitjob 2016 noch bei 1.398 Euro lag, stieg es bis 2023 auf 2.675 Euro.

Trotzdem entspricht das nur etwa 71 Prozent des durchschnittlichen Einkommens der restlichen Beschäftigten in Deutschland. Viele Geflüchtete verdienen damit nur knapp oberhalb der Niedriglohnschwelle.

Die IAB-Studie betont aber, dass das mit dem Alter vieler Geflüchteter zusammenhängt. Viele der damaligen Flüchtlinge sind jung und stehen noch am Anfang ihrer Berufslaufbahn. Weitere Qualifizierungen, Anerkennungen von Berufsabschlüssen und gezielte Weiterbildung seien entscheidend für bessere Chancen.

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Vorurteile und Bürokratie – Mit welchen Hindernissen sind Migranten konfrontiert?

Die Studie nennt auch Hürden, die die Integration gebremst und den Start in den Arbeitsmarkt verzögert haben. Dazu zählen lange Asylverfahren, Wohnsitzauflagen und eine lange Unterbringung in Flüchtlingsunterkünften sowie viel Bürokratie.

Zudem zeigt die Studie einen klaren Zusammenhang zwischen gesellschaftlicher Stimmung und Integration: In Regionen, in denen Geflüchtete weniger willkommen sind, gelingt der Einstieg in den Arbeitsmarkt seltener.

Auch die gesundheitliche Verfassung und das Gefühl, in Deutschland willkommen zu sein, haben messbaren Einfluss auf die Chancen am Arbeitsmarkt. „Unsere Forschung zeigt: Wo sich Menschen willkommen fühlen, finden sie schneller Arbeit“, so Kosyakova.

Studie: Sprache und Beratung führen zu Integration

Sprach- und Qualifizierungsangebote bleiben der wichtigste Faktor für Integration. Allgemeine und berufsbezogene Sprachkurse und individuelle Beratung durch Jobcenter erhöhen nachweislich die Chancen auf Arbeit.

Mit zunehmender Aufenthaltsdauer verbessern sich die Rahmenbedingungen: Viele Geflüchtete haben mittlerweile Integrationskurse abgeschlossen, ihre Aufenthaltsverfahren beendet und Zugang zu Fördermaßnahmen erhalten. Dadurch steigt ihre Teilhabe am Arbeitsmarkt ebenfalls Schritt für Schritt.

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Fazit: Integration gelingt – aber nicht für alle gleichermaßen

Die Bilanz nach zehn Jahren zeigt: Viele Geflüchtete haben den Sprung in den Arbeitsmarkt geschafft. Die Beschäftigungsquote liegt nur knapp unter dem gesamtdeutschen Durchschnitt. Auch die Einkommensentwicklung ist positiv – bleibt jedoch hinter dem Durchschnitt zurück.

Deutlich sichtbar bleibt das Gefälle zwischen Männern und Frauen. Während Männer inzwischen ähnlich häufig beschäftigt sind wie deutsche Arbeitnehmer, liegt die Erwerbsquote der Frauen bei unter 40 Prozent. Hier sehen die Forscherinnen und Forscher das größte Potenzial.

Die Studie macht deutlich: Integration ist möglich, wenn die Bedingungen stimmen. Entscheidend sind ein schneller Zugang zu Sprachkursen, sichere Aufenthaltstitel und die Anerkennung von Qualifikationen.

Gleichzeitig zeigen die Daten, dass Diskriminierung und strukturelle Barrieren den Weg in Arbeit auch heute noch erschweren können.

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Anna Faustmann
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Anna Faustmann ist als Redakteurin bei Migrando tätig. Mit ihrer fundierten Ausbildung und langjährigen Erfahrung im Journalismus und digitalen Marketing bringt sie ein tiefes Verständnis für die Konzeption und Erstellung ...