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Das Bild zeigt eine Gruppe von Migranten, die an einem Integrationstest in Deutschland teilnehmen. Aktuell prüft das BAMF Anträge auf freiwillige Teilnahme besonders streng. Wer ist betroffen?

BAMF schränkt Zugang zu freiwilligen Integrationskursen ein – Wer ist betroffen?

Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) prüft Anträge auf freiwillige Teilnahme an Integrationskursen aktuell besonders streng. Wie mehrere Medien berichten, werden viele Anträge seit Ende vergangenen Jahres nur noch eingeschränkt bearbeitet. Die Folge: Viele Migrantinnen und Migranten können derzeit keine Integrationskurse auf freiwilliger Basis beginnen. Wie lange diese Maßnahme andauern soll, ist unklar. Wer ist davon konkret betroffen?
Verfasst von:
Anna Faustmann
Redakteurin
Fachlich geprüft von:
Christin Schneider
Expertin für Ausländerrecht

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Integrationskurse stark nachgefragt

Integrationskurse sind ein wichtiges Instrument der Integration in Deutschland. Sie vermitteln grundlegende Deutschkenntnisse sowie Wissen über das gesellschaftliche Leben, die Rechtsordnung und zentrale Werte. Ziel ist es, Migrantinnen und Migranten dabei zu unterstützen, sich im Alltag selbstständig zurechtzufinden und aktiv am gesellschaftlichen Leben teilzuhaben.

Ein Integrationskurs nach § 43 AufenthG besteht aus zwei Teilen: einem Sprachkurs und einem Orientierungskurs. Neben dem Spracherwerb werden dort also auch Grundlagen zu Geschichte, Kultur und dem Alltagsleben in Deutschland vermittelt.

Die Nachfrage nach Integrationskursen ist seit Jahren hoch. In den Jahren 2023 und 2024 nahmen jeweils rund 363.000 Menschen an Integrationskursen teil – so viele wie nie zuvor. Die größte Gruppe stellten Menschen mit ukrainischer Staatsangehörigkeit, gefolgt von Teilnehmenden aus Syrien und Afghanistan.

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BAMF prüft freiwillige Zulassungen verstärkt

Wie verschiedene Medien berichten, darunter das Nachrichtenportal Welt, kontrolliert das BAMF die freiwilligen Anmeldungen zu Integrationskursen aktuell deutlich strenger. Betroffen sind Personen, die keinen gesetzlichen Anspruch auf einen Integrationskurs haben und daher eine gesonderte Zulassung vom BAMF benötigen.

Wie Kursträger gegenüber Welt berichten, werden Anträge seit Ende November 2025 entweder gar nicht mehr oder nur sehr eingeschränkt bearbeitet. Ob es sich um eine vorübergehende Maßnahme oder um eine dauerhafte Neuausrichtung handelt, ist bislang offen.

Volkshochschulen berichten von Ausfällen und Verzögerungen

Die Auswirkungen spüren insbesondere die Träger der Integrationskurse, allen voran die Volkshochschulen. Der Deutsche Volkshochschul-Verband erklärte, dass zahlreiche geplante Kurse derzeit nicht stattfinden können.

Nach Einschätzung des Verbands können bundesweit rund 30 bis 40 Prozent der interessierten Teilnehmenden nicht beginnen. Kurse müssen verschoben oder abgesagt werden, weil die notwendige Teilnehmerzahl nicht erreicht wird. Migrant:innen seien dadurch gezwungen, auf unbestimmte Zeit zu warten.

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Wer ist konkret betroffen?

Nicht alle Migrantinnen und Migranten sind von den Einschränkungen gleichermaßen betroffen. Entscheidend ist, ob ein gesetzlicher Anspruch auf einen Integrationskurs besteht oder lediglich die Möglichkeit einer freiwilligen Teilnahme.

Einen gesetzlichen Anspruch auf die Teilnahme an einem Integrationskurs haben zum Beispiel anerkannte Flüchtlinge, subsidiär Schutzberechtigte sowie Personen, die zum Zweck der Arbeitsaufnahme nach Deutschland gekommen sind. Diese Gruppen sind von den derzeitigen Einschränkungen nicht betroffen und können weiterhin an Integrationskursen teilnehmen.

Anders ist die Lage bei Personen, die keinen Anspruch haben, sondern lediglich die Möglichkeit einer freiwilligen Teilnahme. Zu ihnen gehören unter anderem:

Diese Personen können nur dann an einem Integrationskurs teilnehmen, wenn sie zuvor eine Zulassung des BAMF erhalten und freie Kursplätze verfügbar sind. Nach übereinstimmenden Medienberichten sind sie derzeit besonders stark von den Einschränkungen betroffen, da ihre Anträge nur eingeschränkt geprüft oder zurückgestellt werden.

Innenministerium verweist auf interne Prüfung

Das Bundesministerium des Innern, das dem BAMF übergeordnet ist, erklärte auf Anfrage der Grünen, dass sich die Anträge aktuell in einer „internen Auswertung“ befänden. Wie lange diese Prüfung dauern soll und wann wieder reguläre Entscheidungen getroffen werden, ließ das Ministerium offen.

Gleichzeitig erklärte das Ministerium, dass im Bundeshaushalt weiterhin hohe Summen für Integrationskurse eingeplant seien. Kritiker halten dagegen, dass diese Mittel wirkungslos blieben, wenn Kurse mangels Zulassungen nicht starten könnten.

Scharfe Kritik kommt auch aus der Bundestagsfraktion der Grünen. Die Migrationsexpertin Filiz Polat warf Innenminister Alexander Dobrindt (CSU) vor, Sprach- und Integrationskurse auszubremsen. Durch die fehlenden Zulassungen werde das Angebot der Volkshochschulen massiv eingeschränkt, was vielen Geflüchteten den Zugang zu Integrationskursen verwehre.

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Hintergrund: Mehr Integrationskurse seit 2015

Als Integrationskurse 2005 erstmals eingeführt wurden, richtete sich das Angebot vor allem an Menschen mit gesichertem Aufenthaltsstatus. Seit 2015 und erneut seit 2022 wurde der Zugang schrittweise ausgeweitet, um auch Asylbewerber:innen frühzeitig Sprachförderung zu ermöglichen.

Derzeit ist unklar, ob die strengere Prüfung der Anträge nur vorübergehend ist oder ob der Zugang zu Integrationskursen dauerhaft strenger gestaltet werden soll. Für Betroffene und Kursträger bedeutet die aktuelle Situation vor allem Unsicherheit. Klar ist jedoch: Verzögerungen beim Zugang zu Integrationskursen betreffen nicht nur Einzelne, sondern haben Auswirkungen auf Integration, Arbeitsmarkt und gesellschaftliche Teilhabe insgesamt.

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Christin Schneider ist die Head of Content bei Migrando. Mit zehn Jahren Tätigkeit bei der Ausländerbehörde verfügt sie über einzigartige, praxisbezogene Erfahrungen aus erster Hand. Dank ihrer Expertise ist sie eine gefragte Quelle für ...
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Anna Faustmann
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Anna Faustmann ist als Redakteurin bei Migrando tätig. Mit ihrer fundierten Ausbildung und langjährigen Erfahrung im Journalismus und digitalen Marketing bringt sie ein tiefes Verständnis für die Konzeption und Erstellung ...