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Das Bild zeigt eine Gruppe von Migranten, die für einen Sprachtest lernen. Derzeit kursieren zahlreiche gefälschte Sprachzertifikate und Nachweise für den Leben in Deutschland Test. Migranten, die ein gefälschtes Zertifikat nutzen, droht der Verlust des Aufenthaltstitels, der Einbürgerung bis hin zur Abschiebung,

Betrug bei Sprachzertifikat und „Leben in Deutschland“-Test – Welche Folgen drohen?

Das Thema sorgt derzeit für Schlagzeilen: In Deutschland kursieren gefälschte Sprachzertifikate und Nachweise für den Integrationstest „Leben in Deutschland“. Recherchen von Stern und RTL zeigen, dass die Dokumente über soziale Medien angeboten werden – teilweise für mehrere Hundert bis zu 1.500 Euro. Doch welche rechtlichen Folgen drohen, wenn Migrant:innen diese Zertifikate für die Einbürgerung, Niederlassungserlaubnis oder Aufenthaltstitel nutzen?
Verfasst von:
Anna Faustmann
Redakteurin
Fachlich geprüft von:
Christin Schneider
Expertin für Ausländerrecht

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Das Geschäft mit den falschen Dokumenten

Die Recherche von RTL und Stern zeigt, dass Anbieter in sozialen Medien wie TikTok oder Instagram als Sprachschulen auftreten. In kurzen Videos werben sie für gefälschte Zertifikate. Laut Bericht werden Sprachnachweise der Stufen A1 bis C2 sowie Nachweise für den „Leben in Deutschland“-Test angeboten.

Besonders häufig werden die Zertifikate des Anbieters telc nachgeahmt, aber auch Dokumente von Volkshochschulen oder der IHK.

Bisher sind nur einzelne Fälle gerichtlich bekannt: Anfang 2025 wurden laut WDR drei Männer in Bonn zu Haftstrafen verurteilt, weil sie über 1.500 gefälschte Sprachzertifikate verkauft haben. Die SHZ berichtete zudem von einer Frau aus Armenien, die eine Geldstrafe erhielt, weil sie einen gefälschten Sprachnachweis eingereicht hatte.

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Rechtliche Folgen bei gefälschten Dokumenten

Die Nutzung gefälschter Sprach- oder Integrationstests kann in Deutschland schwerwiegende Konsequenzen haben. Dazu zählen:

Ablehnung des Antrags

Wer ein gefälschtes Zertifikat einreicht, riskiert die sofortige Ablehnung seines Antrags auf Einbürgerung, Niederlassungserlaubnis oder einen befristeten Aufenthaltstitel. Die Behörden erkennen solche Anträge nicht an, da die erforderlichen Voraussetzungen nicht erfüllt sind.

Rücknahme oder Widerruf bereits erteilter Titel

Beruht ein bereits erteilter Aufenthaltstitel auf falschen Angaben oder Dokumenten, kann dieser gemäß § 51 Aufenthaltsgesetz (AufenthG) oder § 48 Verwaltungsverfahrensgesetz (VwVfG) zurückgenommen oder widerrufen werden. Dies gilt auch für die Niederlassungserlaubnis und die Einbürgerung.

Wichtig: Eine Einbürgerung kann bis zu zehn Jahre nach der Erteilung wieder rückgängig gemacht werden, wenn sich herausstellt, dass sie auf gefälschten Dokumenten basiert.

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Ausweisungsinteresse und Abschiebung

Die Vorlage gefälschter Dokumente kann ein Ausweisungsinteresse nach § 54 Aufenthaltsgesetz (AufenthG) begründen. In besonders schweren Fällen kann dies dazu führen, dass ein Aufenthaltstitel abgelehnt, widerrufen oder sogar eine Abschiebung veranlasst wird.

Denn: Die Nutzung gefälschter Zertifikate stellt in Deutschland eine Straftat dar. Sobald gegen eine Person ein Ermittlungsverfahren läuft, werden Entscheidungen über Einbürgerung, Niederlassungserlaubnis oder andere Aufenthaltstitel grundlegend ausgesetzt.

Kommt es zu einer Verurteilung, beeinflusst dies das Ausweisungsinteresse erheblich. Je schwerer das Gericht die Tat einstuft, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass ein Ausweisungsinteresse besteht und dem Bleibeinteresse überwiegt. Im schlimmsten Fall kann eine Abschiebung drohen.

Langfristige Auswirkungen

Wer gefälschte Dokumente nutzt, riskiert dauerhafte Sperren bei zukünftigen Anträgen auf Aufenthaltstitel oder der Einbürgerung, negative Bewertungen durch die Behörden und Schwierigkeiten bei der gesellschaftlichen Integration in Deutschland.

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Tipps für Migrant:innen: Legal zu Sprach- und Integrationstests

Um rechtliche Probleme zu vermeiden, sollten Migrant:innen stets auf offizielle Prüfungswege zurückgreifen:

  • Offizielle Sprachkurse und Prüfungen besuchen: Zertifikate sollten nur von anerkannten Anbietern wie telc, Goethe-Institut, Volkshochschulen oder IHK erworben werden. Diese Prüfungen werden bundesweit anerkannt.
  • Integrationstest „Leben in Deutschland“ über offizielle Stellen: Der Test wird vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) angeboten. Nur offiziell ausgestellte Bescheinigungen sind gültig.
  • Auf Social-Media-Angebote verzichten: Anbieter auf TikTok, Instagram oder WhatsApp, die Zertifikate „ohne Prüfung“ verkaufen, sind illegal. Der Kauf solcher Dokumente kann strafrechtliche Konsequenzen nach sich ziehen – bis hin zur Abschiebung.
  • Dokumente prüfen lassen: Im Zweifelsfall sollten Zertifikate vor Einreichung auf ihre Echtheit geprüft werden. Offizielle Anbieter oder die Ausländerbehörde können Auskünfte geben. Aber: Wer von Anfang an offizielle Anbieter nutzt (telc, Goethe-Institut, BAMF), braucht sich vor Fälschungen nicht fürchten.
  • Rechtzeitig Unterstützung suchen: Bei Schwierigkeiten mit Sprachkursen oder Prüfungen können Beratungsstellen, Integrationskursträger oder Migrantenorganisationen helfen, um Prüfungsvoraussetzungen legal zu erfüllen.
  • Fristen beachten: Prüfungen und Zertifikate müssen oft innerhalb eines bestimmten Zeitraums vorgelegt werden. Rechtzeitige Planung verhindert unnötigen Druck und Fehlentscheidungen.
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Anna Faustmann
Redakteurin
Anna Faustmann ist als Redakteurin bei Migrando tätig. Mit ihrer fundierten Ausbildung und langjährigen Erfahrung im Journalismus und digitalen Marketing bringt sie ein tiefes Verständnis für die Konzeption und Erstellung ...