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Das Bild zeigt symbolhaft eine Frau, die in Deutschland einen Aufenthaltstitel beantragt.

Aufenthaltstitel verlängern: Künftig weniger Termine bei der Ausländerbehörde notwendig?

Wer einen Aufenthaltstitel beantragen oder verlängern will, musste bisher persönlich zur Ausländerbehörde. Genau das könnte sich künftig in vielen Fällen ändern. Mit einem neuen Gesetz will die Bundesregierung den Austausch von Daten zwischen Behörden vereinfachen und die Verfahren stärker digitalisieren. Der Bundestag stimmt morgen (9. Juli 2026) über den Entwurf ab. Was steht im neuen Gesetz? Wir haben die wichtigsten Änderungen zusammengefasst.
Verfasst von:
Anna Faustmann
Redakteurin
Fachlich geprüft von:
Christin Schneider
Expertin für Ausländerrecht

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Weniger Termine bei der Ausländerbehörde?

Eine der wichtigsten Änderungen betrifft den elektronischen Aufenthaltstitel (eAT). Wer einen Aufenthaltstitel beantragen oder verlängern wollte, musste dafür bisher persönlich zur Ausländerbehörde gehen. Dort werden unter anderem Fingerabdrücke genommen, ein Lichtbild erstellt und die Unterschrift erfasst.

Das neue Gesetz sieht vor, dass genau diese Daten künftig gespeichert und später wiederverwendet werden können. Bei Erwachsenen soll das bis zu sieben Jahre möglich sein. Bei Kindern sollen die Daten bis zu fünf Jahre gespeichert werden können.

Das bedeutet: Wer seinen befristeten Aufenthaltstitel verlängern oder einen neuen eAT ausstellen lassen muss, braucht künftig möglicherweise keinen neuen Termin mehr, um die Fingerabdrücke abzugeben. Die Ausländerbehörde könnte stattdessen auf bereits gespeicherte Daten zugreifen. Das soll die Behörden entlasten, Verfahren beschleunigen und Betroffenen unnötige Termine ersparen.

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Klärung der Identität soll einfacher werden

Eine weitere wichtige Änderung betrifft die Identitätsklärung. Für viele Verfahren im Aufenthaltsrecht, im Asylrecht oder auch bei der Einbürgerung ist es wichtig, dass die Identität einer Person geklärt ist. Geprüft werden dabei Angaben zum Namen, Geburtsdatum, Geburtsort und zur Staatsangehörigkeit von ausländischen Personen.

Künftig sollen diese Informationen im Ausländerzentralregister (AZR) gespeichert werden. Dazu gehören zum Beispiel auch Informationen darüber, welche Dokumente eine Person bereits vorgelegt hat und ob diese Dokumente geprüft wurden. Auch amtliche und bestimmte nichtamtliche Dokumente, die zur Identifizierung geeignet sind, sollen im AZR hinterlegt werden können.

Dadurch sollen Behörden Identitätsprüfungen nicht mehrfach durchführen müssen. Hat eine Behörde die Identität bereits geprüft, können andere zuständige Stellen künftig auf diese Informationen zugreifen.

Strafrechtliche Informationen sollen schneller bei den Behörden ankommen

Auch Informationen aus Strafverfahren sollen künftig schneller an die zuständigen Ausländerbehörden übermittelt werden können. Bisher wurden solche Mitteilungen in vielen Fällen noch per Post verschickt.

Laut dem neuen Gesetz sollen relevante Informationen aus Strafverfahren künftig ebenfalls im Ausländerzentralregister (AZR) gespeichert werden. Ausländerbehörden könnten diese Daten dann direkt abrufen oder automatisiert erhalten.

Das Ziel: Die Ausländerbehörde soll schneller auf strafrechtliche Informationen zugreifen können, die für Entscheidungen über einen Aufenthaltstitel, eine Ausweisung oder andere aufenthaltsrechtliche Maßnahmen wichtig sind.

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Neue Regeln bei der Anerkennung von Vaterschaften

Das geplante Gesetz enthält außerdem eine neue Regel zur Anerkennung von Vaterschaften. Hintergrund ist ein Gesetz, das der Bundestag vor wenigen Wochen beschlossen hat. Laut diesem Gesetz müssen Ausländerbehörden in bestimmten Fällen zustimmen, bevor eine Vaterschaft anerkannt werden kann.

Künftig sollen Daten von Mutter, Vater und Kind im Ausländerzentralregister (AZR) gespeichert und bei Bedarf an die zuständigen Ausländerbehörden übermittelt werden können. Dazu gehören unter anderem Name, Geburtsdatum, Geburtsort, Staatsangehörigkeit und Anschrift.

Die Bundesregierung will den Behörden damit ermöglichen, schneller zu prüfen, ob ihre Zustimmung zur Anerkennung der Vaterschaft erforderlich ist.

Schnellerer Datenaustausch im Visumverfahren

Auch das Visumverfahren soll künftig schneller ablaufen. Nach den Plänen der Bundesregierung sollen Botschaften, Ausländerbehörden und andere beteiligte Stellen einfacher auf wichtige Unterlagen zugreifen können. Dazu gehören beispielsweise Dokumente, die für die Erteilung eines nationalen Visums benötigt werden.

Das ist etwa bei Personen wichtig, die mit einem Visum nach Deutschland einreisen und später einen Aufenthaltstitel beantragen. Wenn die zuständigen Behörden auf bereits vorhandene Dokumente zugreifen, soll dadurch auch das Verfahren einfacher und schneller werden.

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Experten sehen Chancen und Risiken

Das geplante Gesetz wurde nicht nur in der Politik diskutiert, sondern auch von Experten bewertet. Bei einer Anhörung im Innenausschuss fielen die Einschätzungen unterschiedlich aus.
Mehrere Experten begrüßten das Ziel, Verfahren zu beschleunigen und die Ausländerbehörden zu entlasten. Gerade Ausländerbehörden stehen in vielen Städten und Landkreisen seit Jahren stark unter Druck.

Gleichzeitig warnten sie vor Risiken beim Datenschutz. Je mehr Daten zentral gespeichert werden, desto wichtiger sind klare Regeln: Wer darf auf die Daten zugreifen? Für welchen Zweck dürfen sie genutzt werden? Und wann müssen sie wieder gelöscht werden?

Der Bundestag will morgen noch einmal über den Gesetzentwurf beraten und anschließend abstimmen. Wird das Gesetz beschlossen, könnte es die Arbeit der Migrationsbehörden deutlich verändern. Für viele Betroffene dürfte vor allem wichtig sein, dass Verfahren schneller ablaufen und weniger Behördentermine notwendig werden.

Fazit: Keine neuen Aufenthaltstitel, aber schnellere Verfahren

Wichtig ist: Das Gesetz schafft keine neuen Aufenthaltstitel und ändert auch nichts an den Voraussetzungen für ein Aufenthaltsrecht. Für ausländische Staatsangehörige könnte das Gesetz trotzdem spürbare Folgen haben. Wer seinen Aufenthaltstitel verlängert, müsste in bestimmten Fällen seltener persönlich zur Behörde. Verfahren könnten schneller ablaufen, weil Unterlagen und Informationen bereits digital verfügbar sind.

Gleichzeitig bedeutet das Gesetz aber auch, dass mehr persönliche Daten zentral gespeichert werden. Dazu gehören auch sensible Daten, zum Beispiel Fingerabdrücke, Angaben zur Identität, Informationen zu Sozialleistungen oder Hinweise aus Strafverfahren.

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Anna Faustmann
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Anna Faustmann ist als Redakteurin bei Migrando tätig. Mit ihrer fundierten Ausbildung und langjährigen Erfahrung im Journalismus und digitalen Marketing bringt sie ein tiefes Verständnis für die Konzeption und Erstellung ...