Als Person mit Migrationsgeschichte gelten dabei alle, die entweder selbst nach Deutschland eingewandert sind oder deren beide Elternteile seit 1950 zugewandert sind. Wer nur einen zugewanderten Elternteil hat, fällt nicht unter diese Definition.
Die Zahlen des Statistischen Bundesamtes beziehen sich dabei auf die Gesamtbevölkerung in privaten Haushalten. Dazu zählen:
- deutsche Staatsangehörige
- ausländische Staatsangehörige (z. B. mit Aufenthaltserlaubnis oder Niederlassungserlaubnis)
- in Deutschland geborene Nachkommen
Jeder Fünfte ist selbst eingewandert
Ein großer Teil dieser Gruppe ist laut Studie (in erster Generation) selbst nach Deutschland gekommen. In Zahlen ausgedrückt bedeutet das: Von den insgesamt 21,8 Millionen Menschen mit Einwanderungsgeschichte sind rund 16,4 Millionen selbst eingewandert.
Besonders auffällig: Ein großer Teil stammt aus wenigen Herkunftsländern. Von den 16,4 Millionen Eingewanderten wurden 39 Prozent in einem der folgenden fünf Länder geboren:
Auch die zweite Generation wächst
Zur Bevölkerung mit Einwanderungsgeschichte gehören aber nicht nur Personen, die selbst zugewandert sind, sondern auch ihre in Deutschland geborenen Kinder. Diese sogenannte zweite Generation umfasste im Jahr 2025 rund 5,4 Millionen Menschen – etwa 6,5 Prozent der Bevölkerung.
Im Vergleich zum Vorjahr wuchs diese Gruppe um rund drei Prozent. Hinzu kommen etwa 4,2 Millionen Menschen, bei denen nur ein Elternteil zugewandert ist.
Menschen mit Einwanderungsgeschichte im Durchschnitt jünger
Ein klarer Unterschied zeigt sich beim Alter: Menschen mit Einwanderungsgeschichte sind im Durchschnitt etwas jünger. Ihr Durchschnittsalter lag 2025 bei 38,2 Jahren, während Menschen ohne Einwanderungsgeschichte im Schnitt 47,6 Jahre alt waren.
Besonders hoch ist der Anteil bei jungen Erwachsenen: Unter den 25- bis 34-Jährigen hat mehr als jede dritte Person eine Einwanderungsgeschichte. Bei den über 65-Jährigen ist es dagegen nur etwa jede siebte.
Unterschiede bei Bildung und Qualifikation
Bei der Bildung ergibt sich ein gemischtes Bild. Rund ein Drittel der selbst eingewanderten 25- bis 34-Jährigen hat einen akademischen Abschluss – ein ähnlicher Anteil wie in der Gesamtbevölkerung.
Deutliche Unterschiede bestehen hingegen bei den beruflichen Qualifikationen. 36 Prozent der eingewanderten jungen Erwachsenen haben keinen beruflichen Abschluss und befinden sich weder in Ausbildung noch im Studium. In der Gesamtbevölkerung liegt dieser Anteil deutlich niedriger, bei 17 Prozent.
Seit 2005 ist die Zahl gestiegen
Langfristig betrachtet ist der Anteil der Menschen mit Einwanderungsgeschichte in Deutschland gewachsen. Im Jahr 2005 lag ihre Zahl noch bei 13,0 Millionen. Bis 2025 stieg sie auf 21,8 Millionen.
Rund zwei Drittel dieses Zuwachses entfallen auf Menschen, die in erster Generation nach Deutschland eingewandert sind. Etwa ein Drittel entfällt auf in Deutschland geborene Kinder von zwei eingewanderten Elternteilen.
Die Zahlen zeigen auch, welche Rolle Zuwanderung für die Bevölkerungsentwicklung spielt. Insgesamt ist die Bevölkerung im Jahr 2025 erstmals leicht zurückgegangen (um etwa 38.000 Personen). Ohne den Zuwachs bei Menschen mit Einwanderungsgeschichte wäre dieser Rückgang deutlich stärker ausgefallen, so das Statistische Bundesamt.