Immer weniger Asylanträge in Deutschland
Der Abwärtstrend setzt sich seit Monaten fort. Bereits im Juli 2025 lag die Zahl der Erstanträge bei 8.293 und 5.366 Folgeanträgen. Das entspricht einer Gesamtzahl von 13.659 Anträgen. Während im Juli 2024 insgesamt noch 18.503 Anträge gestellt wurden.
Für die ersten sieben Monate des Jahres 2025 wurden insgesamt 86.916 Asylanträge verzeichnet, davon 70.011 Erst- und 16.905 Zweitanträge. Zum Vergleich: In 2024 lag die Gesamtzahl in den ersten sieben Monaten bei fast doppelt so vielen — 153.361 Anträgen.
Zurückweisungen an den deutschen Grenzen steigt
Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) wertet diesen Rückgang als Erfolg seiner Migrationspolitik. „Unsere Asylwende wirkt, unsere Maßnahmen sind erfolgreich“, äußerte er sich gegenüber der Bild-Zeitung.
Ein wesentlicher Grund für den Rückgang der Asylzahlen seien die verstärkten Grenzkontrollen. Dobrindt hatte kurz nach seinem Amtsantritt im Mai angeordnet, an allen deutschen Grenzen Asylsuchende zurückzuweisen – ausgenommen vulnerable Gruppen wie Kinder und Schwangere.
Zwischen dem 8. Mai und Ende Juli wurden laut der Bundespolizei 9.506 Zurückweisungen registriert. Laut Dobrindt wurden insgesamt bisher etwa 12.000 illegale Einreisen verhindert. Im Hinblick auf das EU-Recht sind die Zurückweisungen allerdings umstritten und stoßen immer wieder auf Kritik von Migrationsexperten und NGOs.
Auch EU-Asylrecht soll verschärft werden
Dobrindt betonte hingegen die Notwendigkeit, das europäische Asylsystem weiter zu schärfen, um den Migrationsdruck auf Deutschland und Europa zu reduzieren. Erst am Mittwoch (03.09.) beschloss das Bundeskabinett einen entsprechenden Gesetzentwurf zur Verschärfung des EU-Asylrechts.
Experten weisen hingegen darauf hin, dass der Rückgang der Asylanträge von verschiedenen Faktoren beeinflusst wird. Dazu gehören politische Entwicklungen in den Herkunftsländern, Grenzkontrollen sowie internationale Abkommen.
Demnach könne ein Grund für den aktuellen Rückgang auch in der veränderten Situation in den Herkunftsländern liegen: Nach vielen Jahren liegt Afghanistan wieder an der Spitze der Asylanträge in Deutschland, während die Zahl syrischer Asylsuchender nach dem Sturz des Assad-Regimes rückläufig ist.