Auf diesem Bild ist eine Deutschland-Flagge am Stand zu sehen. Mit manchen Aufenthaltstiteln ist eine Einbürgerung nicht möglich

Einbürgerung: Mit diesem Aufenthaltstitel kannst du unmöglich den deutschen Pass erhalten

Update: Achtung! Das neue Einbürgerungsgesetz kommt am 27. Juni. 2024!!

Ab dem 27. Juni 2024 ändern sich wichtige Dinge bei der Einbürgerung. Das neue Einbürgerungsgesetz der Bundesregierung tritt dann in Kraft. Wichtige Voraussetzungen nach § 10 StAG sind von den Neuheiten betroffen!

Für Inhaber von § 23 Abs.1 AufenthG gilt: Ihr Aufenthaltstitel ist nicht mehr für die Einbürgerung gesperrt! Sie können also mit diesem Aufenthaltstitel die Einbürgerung beantragen!!!!!

Die Änderungen im neuen Gesetz haben drei besonders wichtige Punkte:

  1. Die Doppelte Staatsbürgerschaft ist erlaubt: Sie müssen ab dem 27.Juni 2024 nicht mehr die Staatsbürgerschaft Ihres Heimatlandes abgeben um eingebürgert zu werden. Auch die Ausnahmen nach § 12 StAG werden nicht mehr nötig sein. Die Doppelte Staatsbürgerschaft ist gesetzlich festgeschrieben!
  2. Die Einbürgerung nach 5 Jahren: Mit dem neuen Gesetz wird die Vorgabe für den rechtmäßigen Aufenthalt in Deutschland von 8 Jahren auf 5 Jahre gesenkt. Ab dem 27. Juni 2024 können Sie nach 5 Jahren rechtmäßigem Aufenthalt die Einbürgerung in Deutschland beantragen!
  3. Die Einbürgerung nach 3 Jahren:  Mit besonderen Integrationsleistungen: Mit besonderen Integrationsleistungen wie C1-Sprachzertifikat und schulischen Leistungen, beruflichen Leistungen und Ehrenamt können Sie nach 3 Jahren eingebürgert werden. Bisher war dies erst nach 6 Jahren möglich.
Bei der Einbürgerung ist der Aufenthaltstitel ein wichtiges Entscheidungskriterium. Was viele Flüchtlinge nicht wissen: Nicht jeder Titel berechtigt zur Beantragung der deutschen Staatsbürgerschaft. Es gibt einige Fälle, mit denen eine Einbürgerung nicht funktioniert. Erfahren Sie in diesem Blogartikel, wie die Einbürgerung klappt und welches Aufenthaltsrecht bei der Beantragung ausreichend ist.
Verfasst von:
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Valentin Radonici

Journalist

Fachlich geprüft von:
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Christin Schneider

Expertin im Ausländerrecht

Inhaltsverzeichnis
Einbürgerung: Mit diesem Aufenthaltstitel kannst du unmöglich den deutschen Pass erhalten

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Die verschiedenen Aufenthaltsrechte

Wenn man als Flüchtling nach Deutschland kommt, erhält man ein bestimmtes Aufenthaltsrecht. Man unterscheidet hierbei zwischen zwei verschiedenen Formen der Aufenthaltstitel. Einmal gibt es das befristete Aufenthaltsrecht, es ist nicht auf Dauer angesetzt und kann irgendwann enden. Das Gegenteil des befristeten Aufenthaltsrechts ist das unbefristete Aufenthaltsrecht, welches einem Flüchtling einen dauerhaften Aufenthalt gewährt.

Das befristete Aufenthaltsrecht

Das befristete Aufenthaltsrecht ermöglicht einem Flüchtling, für einen bestimmten Zeitraum in Deutschland zu bleiben. Ob dieses Aufenthaltsrecht verlängert wird oder nicht, ist jeweils unklar. Zu den befristeten Aufenthaltsrechten gehören beispielsweise die Aufenthaltserlaubnis festgeschrieben in § 7 AufenthG, die Blaue Karte EU, die ICT Karte, die Mobiler ICT Karte oder das Visum.

Das unbefristete Aufenthaltsrecht

Das unbefristete Aufenthaltsrecht legt fest, dass Sie als Inhaber dieses Titels dauerhaft in Deutschland bleiben können. Dieses Aufenthaltsrecht gilt für immer und ist damit immer gültig. Ein unbefristetes Aufenthaltsrecht kann nicht ablaufen. Zu den unbefristeten Aufenthaltsrechten gehören die Niederlassungserlaubnis und der Daueraufenthalt EU. Mit diesen Titeln haben Sie auch mehr Rechte als mit einem befristeten Aufenthaltsrecht.

 

Auf diesem Bild ist ein Kite-Schirm mit den deutschen Nationalfarben zu sehen

Mit diesen Aufenthaltstiteln klappt die Einbürgerung NICHT!

Obwohl die Voraussetzung für eine Einbürgerung ein befristetes oder unbefristetes Aufenthaltsrecht ist, gibt es Titel, mit denen Sie nicht eingebürgert werden können. Viele sind im Besitz solcher Aufenthaltsrechte und wissen nicht, dass es auch in diesem Bereich Ausnahmen gibt. In § 10 Abs. 1 Nr. 2 AufenthG sind alle Aufenthaltsrechte aufgeführt, mit denen Sie nicht eingebürgert werden können.

§ 16 AufenthG – das Studentenvisum

Ein Studentenvisum bekommen junge Menschen, die als Studenten nach Deutschland kommen, um hier zu studieren und sich weiterzubilden. Dieses Studentenvisum nach § 16 AufenthG berechtigt nicht für den Antrag auf eine deutsche Staatsbürgerschaft. Sie müssen in diesem Fall zuerst Ihr Aufenthaltsrecht wechseln, damit Sie den Antrag auf die deutsche Staatsbürgerschaft stellen können.

§ 25 Abs. 3 AufenthG – das Abschiebungsverbot

Wenn Sie als Flüchtling nach Deutschland gekommen sind und keinen subsidiären Schutz oder keine Flüchtlingseigenschaft erhalten haben, sondern nur ein Abschiebungsverbot nach § 25 Abs. 3 AufenthG, dann ist eine Einbürgerung auch nicht möglich. In diesem Fall gilt die gleiche Lösung wie beim Studentenvisum: Sie müssen Ihr Aufenthaltsrecht ändern, um für eine Einbürgerung in Frage zu kommen.

§ 18 d und f AufenthG – Aufenthalt zu Forschungszwecken

Mit einem Aufenthalt zu Arbeiten an Forschungen, wie es in § 18 d und f des AufenthG beschrieben ist, können Sie auch nicht eingebürgert werden. Hier gilt eine ähnliche Problematik wie beim Studentenvisum. Das Aufenthaltsrecht wird zu Forschungszwecken vergeben. Wenn Sie eine Einbürgerung anstreben und dieses Aufenthaltsrecht besitzen, dann ist es wichtig, dass Sie in einen anderen Titel wechseln, der für die Beantragung einer Einbürgerung berechtigt ist.

§ 17 AufenthG – Aufenthalt zur Suche nach Ausbildungszwecken

Ein Aufenthalt zur Suche nach Ausbildungszwecken nach § 17 AufenthG wird Ihnen erteilt, wenn Sie auf der Suche nach einer Ausbildung oder einem Studium sind. Dieses Aufenthaltsrecht gibt Ihnen auch keine Möglichkeit den Antrag auf eine Einbürgerung zu stellen. Sie müssen in diesem Fall ebenfalls in ein anderes Aufenthaltsrecht übergehen.

§ 19 AufenthG – Aufenthalt mit ICT Karte

Eine ICT Karte nach § 19 AufenthG erhalten Sie beispielsweise, wenn Sie für ein Unternehmen als Spezialist oder Führungsperson tätig werden. Auch dieses Aufenthaltsrecht ermöglicht Ihnen nicht, einen Antrag auf eine Einbürgerung zu stellen. Wie in allen anderen, nicht für die Einbürgerung berechtigten Aufenthaltstitel, ist es für Sie in so einem Fall zwingend notwendig, Ihr Aufenthaltsrecht zu wechseln.

§ 104c AufenthG – Chancen-Aufenthaltsrecht

Das Chancen-Aufenthaltsrecht nach § 104c AufenthG wird Ihnen vergeben, wenn Sie sich am 31. Oktober 2022 5 Jahre geduldig im Bundesgebiet aufhalten. Dieses Aufenthaltsrecht läuft nach § 104c Abs.3 AufenthG 18 Monate lang. Sie können mit diesem Titel auch keine Einbürgerung beantragen und müssen Ihren Aufenthaltsrecht ändern.

In welchen Aufenthaltstitel sollten Sie wechseln?

Sie haben verschiedene Möglichkeiten beim Wechsel in ein anderes Aufenthaltsrecht. Wichtig ist, dass es ein Aufenthaltsrecht ist, das Sie für den Antrag auf eine Einbürgerung berechtigt. Die beste Lösung ist, in eine Niederlassungserlaubnis zu wechseln. Mit diesem Titel können Sie eine Einbürgerung beantragen und erhalten mehr Rechte als bei anderen Aufenthaltsrechten.

Wann bekomme ich die Niederlassungserlaubnis?
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Mit diesen Aufenthaltstiteln klappt die Einbürgerung

Es gibt viele befristete, aber auch unbefristete Aufenthaltsrechte, mit denen eine Beantragung der deutschen Staatsbürgerschaft funktioniert. Wichtig ist, dass Sie genau im § 10 AufenthG nachschauen, welche Aufenthaltstitel von der Beantragung der Einbürgerung ausgenommen sind. Beachten Sie diese Vorgaben und bringen alle anderen Voraussetzungen der Einbürgerung mit, dann steht Ihrer Einbürgerung nichts mehr im Weg.

Subsidiärer Schutz nach § 4 AsylG

Mit einem Aufenthaltsrecht nach subsidiären Schutz nach § 4 AsylG können Sie, soweit Sie alle anderen Voraussetzungen für die Einbürgerung mitbringen, den Erhalt der deutschen Staatsbürgerschaft beantragen.

Niederlassungserlaubnis nach § 18c AufenthG

Die Niederlassungserlaubnis nach § 18c AufenthG ist ein unbefristeter und dauerhaftes Aufenthaltsrecht. Sind Sie im Besitz einer Niederlassungserlaubnis, dann ist die Beantragung der Einbürgerung, sofern alle anderen Voraussetzungen vorhanden sind, absolut machbar. Sie besitzen mit der Niederlassungserlaubnis selbst schon große Vorteile. Dazu gehören ein einfacherer Familiennachzug als mit anderen Aufenthaltsrechten, keine Zweckgebundenheit, Sicherheit unabhängig von politischen Entwicklungen in Deutschland, oder eine Reise-Erlaubnis. 

Flüchtlingseigenschaft nach § 25 AufenthG

Wenn Sie im Besitz eines Aufenthaltsrechtes nach § 25 AufenthG sind, dann können Sie den Antrag auf eine Einbürgerung stellen. Wichtig ist, dass Sie alle anderen Voraussetzungen neben Ihrem rechtmäßigen Aufenthaltstitel mitbringen. Weiterhin wichtig ist, dass Sie genau Abs. 3-5 des § 25 AufenthG beachten. Treffen die in Abs. beschriebenen Punkte wie schwere Vorstrafen zu, dann ist eine Einbürgerung nicht möglich.

Auf diesem Bild ist ein aufgeschlagener Pass mit Stempeln zu sehen. Daneben befindet sich eine Fotokamera

Die Bedeutung der Einbürgerung

Die Einbürgerung bedeutet, dass Sie ab dem Zeitpunkt der Erteilung rechtmäßiger deutscher Staatsbürger nach dem deutschen Staatsangehörigkeitsgesetz sind. Sie können also ab dem Zeitpunkt der Einbürgerung alle Rechte und Pflichten eines Deutschen genießen und haben sehr viele Vorteile und Möglichkeiten, die einem Ausländer ohne die deutsche Staatsangehörigkeit nicht zustehen.

Die Vorteile der Einbürgerung

Die deutsche Staatsbürgerschaft ermöglicht Ihnen viele Chancen und den Zugang zu Rechten, die ohne einen deutschen Pass nicht möglich sind. Dazu gehören die Reisefreiheit und die Gelegenheit, immer nach Deutschland ein und wieder ausreisen zu können. Auch die freie Berufswahl ist nun für Sie möglich, genauso wie die Wahl frei Ihren Arbeitgeber zu entscheiden. Sie haben mit der deutschen Staatsbürgerschaft auch die Möglichkeit, sich EU-Weit niederzulassen und Sie können das Versammlungsrecht und das Vereinigungsrecht wahrnehmen und sich politisch engagieren. Mit der Einbürgerung können Sie auch an allen Wahlen in Deutschland teilnehmen.

Die Voraussetzungen der Einbürgerung

Neben dem richtigen Aufenthaltsrecht ist es wichtig, dass Sie auch die Aufenthaltsdauer betrachten. Sie müssen in der Regel 8 Jahre in Deutschland rechtmäßig mit Ihrem Aufenthaltstitel gelebt haben. Weitere wichtige Voraussetzungen sind eine unterschriebene Loyalitätserklärung, ein erfolgreich abgeschlossener Integrationstest, ein B1 Zertifikat und der Nachweis, dass Sie für den eigenen Lebenshaushalt und den Lebenshaushalt Ihrer Familie aufkommen können. Weiterhin muss Ihre Identität geklärt sein und Sie müssen eventuell (hier gibt es Ausnahmen) den Pass Ihres Herkunftslandes abgeben.

Fazit

Wie Sie sehen, gibt es bei der Einbürgerung wichtige Punkte bei den Aufenthaltstiteln, die Sie beachten müssen. Hier sind nochmal die wichtigste Dinge zusammengefasst:

  1. Mit einem Studentenvisum können Sie keine Einbürgerung beantragen
  2. Mit einem Abschiebungsverbot nach § 25 Abs. 3 AufenthG funktioniert die Einbürgerung nicht
  3. Mit einer ICT Karte nach §19 AufenthG können Sie nicht deutscher Staatsbürger werden
  4. Mit einer Aufenthaltserlaubnis für Forschungszwecke klappt die Einbürgerung ebenfalls nicht.
  5. Ein Chancen-Aufenthaltsrecht berechtigt Sie auch nicht zur Einbürgerung
  6. Wenn Sie Aufenthaltsrechte besitzen, die nicht zur Einbürgerung berechtigen, dann ist ein Wechsel des Titels der wichtige nächste Schritt
  7. Neben dem Aufenthaltstitel müssen Sie alle anderen Voraussetzungen für die Einbürgerung beachten
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FAQ – Die wichtigsten Fragen und Antworten zum Thema Aufenthaltstitel für die Einbürgerung

Nein, eine Einbürgerung mit Abschiebungsverbot nach § 25 Abs. 3 funktioniert nicht. Ein Wechsel des Aufenthaltstitels ist für Sie in diesem Fall notwendig.

Eine Einbürgerung mit dem Studentenvisum oder der ICT Karte funktioniert nicht. Sie müssen erst Ihr Aufenthaltsrecht ändern, damit Sie den Antrag auf eine deutsche Staatsbürgerschaft stellen können.

Ein Chancen-Aufenthaltsrecht nach §104c AufenthG berechtigt Sie nicht zur Beantragung der deutschen Staatsbürgerschaft. Sie müssen genauso wie beim Studentenvisum und dem Abschiebungsverbot in ein anderes Aufenthaltsrecht übergehen.

Die Einbürgerung mit einem Aufenthaltstitel Flüchtlingseigenschaft nach § 25 AufenthG funktioniert. Wichtig ist aber, dass Sie § 25 Abs. 3-5 kontrollieren und überprüfen, ob diese Absätze auf Sie zutreffen. Ist dies der Fall, dann klappt die Einbürgerung nicht und Sie müssen in ein anderes Aufenthaltsrecht wechseln. Wichtig ist zusätzlich, dass Sie alle anderen Voraussetzungen zur Einbürgerung mitbringen.

Ja, Sie können mit dem Aufenthaltstitel subsidiärer Schutzstatus Deutscher werden. Wichtig ist, dass Sie alle anderen Voraussetzungen zur Einbürgerung mitbringen.

Ja, mit einer Niederlassungserlaubnis können Sie Deutscher werden. Wichtig ist, dass Sie alle anderen Voraussetzungen mitbringen und beachten.

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